Ein SunExpress-Flugzeug am Gate wird gewartet; in der Nähe sind Mitarbeiter und Gepäckwagen zu sehen; im Hintergrund ist ein Flugzeug in der Ferne zu erkennen.

SunExpress Erfahrungen: Unser Flug XQ716 von Ankara nach München im Test

Wie schlägt sich ein türkischer Ferienflieger auf einer Strecke, die kaum jemand als Urlaubsroute bucht? Unsere SunExpress Erfahrungen stammen von Flug XQ716 am 3. September von Ankara nach München, nach zehn Tagen Türkei. Der Flug hat funktioniert, war pünktlich und das Gepäck war großzügig. Trotzdem gab es zwei Dinge, die uns gestört haben, und eins davon hatte nichts mit dem Flugzeug zu tun.

Wir schreiben das hier auf, weil es zu SunExpress zwar tausende Bewertungen von Antalya-Urlaubern gibt, aber praktisch nichts zu den Anatolien-Strecken nach Deutschland. Also: alle Kosten, der komplette Ablauf vom Taxi bis zum Gepäckband in München und eine klare Antwort auf die Frage, ob wir wieder buchen würden.

Die Eckdaten unseres Fluges

PunktDetail
AirlineSunExpress (IATA XQ, ICAO SXS)
FlugnummerXQ716
StreckeAnkara Esenboğa (ESB) nach München (MUC)
DatumDonnerstag, 3. September 2026
Planzeiten15:10 Uhr ab Ankara, 17:20 Uhr an in München
Flugdauer3 Stunden 10 Minuten
FlugzeugBoeing 737-800, Economy
AuslastungVoll
Preis525,44 Euro für zwei Personen (262,72 Euro pro Person)
Davon Steuern und Gebühren45,00 Euro pro Person
Gebucht überTrip.com, am 15. Februar 2026
Freigepäck30 kg pro Person aufgegeben, plus Handgepäck
Verspätung10 Minuten beim Abflug, pünktliche Landung

SunExpress ist kein reiner Billigflieger und auch keine klassische Netzwerk-Airline. Die Gesellschaft wurde im Oktober 1989 als Joint Venture von Turkish Airlines und Lufthansa gegründet, beide halten bis heute jeweils 50 Prozent. Nach eigenen Angaben fliegt SunExpress 237 Strecken zu 92 Zielen in 35 Ländern und befördert jährlich rund 15 Millionen Passagiere. Die Flotte besteht ausschließlich aus Boeing 737, aktuell aus 737-800 NG und 737 MAX 8. Wir saßen in einer 737-800, also im älteren Modell.

Eine Menschenmenge wartet am Flugsteig 116 unter einem Schild und in der Nähe einer großen Werbefläche an der Wand.
Ein Passagierflugzeug steht am Gate und wird gewartet, während sich in der Nähe an einem klaren Tag Flughafenpersonal und Fahrzeuge befinden.

Buchung über Trip.com: 525,44 Euro für zwei

Gebucht haben wir am 15. Februar 2026, also gut ein halbes Jahr vor Abflug, über Trip.com. 525,44 Euro für zwei Personen, bezahlt per Kreditkarte. Aufgeteilt sind das 217,72 Euro Ticketpreis und 45,00 Euro Steuern und Gebühren pro Person.

Die Buchung selbst lief ohne Probleme. Ticket kam sofort, Buchungscode der Airline war im Ticket hinterlegt, keine Nachforderungen, keine Überraschungen. Wir haben keine Extras dazugebucht, weder automatischen Check-in noch Stornoschutz. Wer bei Drittanbietern bucht, sollte trotzdem wissen: Sitzplatzwünsche, Gepäck-Nachbuchungen und Umbuchungen laufen über Umwege und sind selten so einfach wie direkt bei der Airline. Für einen simplen One-Way ohne Anschluss war das für uns kein Thema.

262 Euro pro Person auf einer knapp dreistündigen Strecke sind kein Schnäppchen. Ankara ist aber auch keine Massenroute nach Deutschland, und im Preis stecken 30 Kilo aufgegebenes Gepäck pro Person. Damit relativiert sich der Vergleich mit einem 90-Euro-Ticket, bei dem ein Koffer 60 Euro extra kostet.

Anfahrt zum Flughafen Ankara Esenboğa

Esenboğa liegt rund 28 Kilometer nordöstlich vom Zentrum Ankaras. Wir sind mit dem Taxi rausgefahren, 30 Minuten Fahrzeit, rund 20 Euro. Für zwei Personen mit Gepäck geht das in Ordnung, gerade weil man mit vollen Koffern nicht in einen Shuttle steigen muss.

Günstiger geht es mit dem Havaş-Shuttle, der zwischen Stadt und Flughafen pendelt. Der Fahrpreis liegt 2026 bei 200 Lira pro Person, umgerechnet etwa 4 Euro, die Fahrzeit je nach Verkehr bei 45 bis 60 Minuten. Dazu kommt die städtische Buslinie 442, die rund um die Uhr fährt. Wenn du knapp bei Kasse bist und Zeit hast, nimm den Bus. Wenn du zu zweit reist, ist das Taxi bei 20 Euro kaum teurer als zwei Shuttle-Tickets plus Nerven.

Plane die Fahrt großzügig. Ankara hat zu den Stoßzeiten ordentlich Verkehr, und die Strecke raus zum Flughafen ist keine, auf der du improvisieren willst.

Check-in in Ankara: zwei Schalter für einen vollen Flug

Wir waren rechtzeitig da und trotzdem ging es direkt chaotisch los. Für einen komplett ausgebuchten Flug nach München waren anfangs nur zwei Schalter besetzt. Dann war zwischendurch nur noch einer offen. Irgendwann kam der dritte Mitarbeiter ganz gemütlich angeschlendert und machte auf.

Unterm Strich haben wir rund 25 Minuten angestanden. Das ist kein Drama, aber es ist auch kein guter Check-in. Bei einer vollen 737 mit knapp 190 Sitzplätzen weiß man vorher, wie viele Leute kommen. Wer knapp dran ist oder mit Kindern reist, hat hier ein echtes Problem.

Einen Online-Check-in haben wir nicht gemacht, wir sind direkt zum Schalter. Das Gepäck musste ohnehin aufgegeben werden. Wenn du nur mit Handgepäck fliegst, spar dir die Warterei und checke vorher online ein. Bei einem vollen Flug ohne aufzugebendes Gepäck ist das der einzige Grund, überhaupt in dieser Schlange zu stehen.

Gepäck: 30 Kilo pro Person und keine Nachzahlung

Im Tarif waren 30 Kilogramm aufgegebenes Gepäck pro Person enthalten. Wir lagen bei 24 und 26 Kilo, weil wir einiges aus der Türkei mit nach München genommen haben. Nachgezahlt haben wir nichts, das Gepäck wurde gewogen und durchgewinkt.

Beim Handgepäck ist SunExpress deutlich strenger als beim Aufgabegepäck. Die erlaubten Maße hängen vom Tarif ab: Im SunLight-Tarif sind es 40 x 30 x 20 cm bei 4 kg, in den höheren Tarifen SunValue, SunEco+ und SunComfort 55 x 40 x 23 cm bei 8 kg. Räder und Griffe zählen bei der Messung mit. Unser Handgepäck wurde nicht gewogen und nicht gemessen, aber das ist Glückssache und hängt von Flughafen, Personal und Auslastung ab. Wer sich generell für das Thema interessiert: Wir haben unsere Erfahrungen in einem eigenen Artikel rund ums Handgepäck gesammelt.

Wichtig für die Preisrechnung: Ein SunExpress-Ticket ohne Aufgabegepäck kann deutlich billiger aussehen, als es am Ende ist. Prüf immer, welcher Tarif in der Buchung steckt, bevor du Preise vergleichst.

Sicherheitskontrolle, Passkontrolle und Lounge

Nach dem Check-in wurde es angenehm. Sicherheitskontrolle und Passkontrolle in Ankara waren schnell erledigt, es war kaum etwas los, keine Schlangen, keine Diskussionen. Ausreise aus der Türkei war in wenigen Minuten durch.

Die Wartezeit bis zum Boarding haben wir in der Lounge verbracht. Esenboğa ist ein Flughafen mit hohem Geschäftsreise-Anteil und entsprechend gutem Lounge-Angebot, was die Zeit vor einem Nachmittagsflug deutlich erträglicher macht als ein Plastikstuhl am Gate. Der Flughafen hat nur ein Terminal, aufgeteilt auf zwei Etagen mit getrennten Bereichen für Inlands- und Auslandsflüge, du kannst dich also kaum verlaufen.

Boarding und Abflug: 10 Minuten später

Das Boarding war wieder eine Spur unorganisiert. Keine klare Reihenfolge, kein sauber kommuniziertes System, dafür der übliche Pulk am Gate. Wer das von türkischen Inlandsflügen kennt, wundert sich nicht. Wir sind vorher schon mit AJet von Trabzon nach Ankara geflogen und hatten dort ein ähnliches Bild.

Abgeflogen sind wir mit rund 10 Minuten Verspätung. Weil der Flug offenbar zügig durchgezogen wurde, waren wir trotzdem pünktlich in München. Aus Passagiersicht ist das der einzige Wert, der am Ende zählt.

An Bord der Boeing 737-800: Emergency Exit ohne Extras

Wir hatten kostenlos zugewiesene Plätze und sind in der Notausgangsreihe gelandet. Reine Zufallsprämie, denn wir buchen praktisch nie eine Sitzplatzreservierung dazu. Bei einem Flug unter vier Stunden ist uns egal, wo wir sitzen, solange wir zusammen sitzen, und das klappt in der Regel auch ohne Aufpreis. Wer darauf angewiesen ist, nebeneinander zu sitzen, zum Beispiel mit Kindern, sollte trotzdem reservieren.

Auf einem blau-weißen Schild an der Rückenlehne eines Flugzeugsitzes steht „XLeg Seat“. Diese Sitze stehen zum Verkauf.

Der Flieger war komplett voll. Zustand und Sauberkeit waren in Ordnung, nichts Auffälliges in beide Richtungen. Was es nicht gab: kein Bordunterhaltungssystem, kein WLAN, keine Steckdosen und keine USB-Anschlüsse. Auf drei Stunden lässt sich das aushalten, aber du solltest dein Handy vorher laden und dir vorher etwas zum Lesen oder Schauen herunterladen.

Die Crew war freundlich, das muss man fairerweise sagen. Nur mit Englisch war es auch an Bord schwierig.

Essen und Trinken: 3 Euro für eine lauwarme Cola

Inklusive gab es nichts. Kein Getränk, kein Snack, gar nichts. Wer etwas will, kauft es an Bord.

Wir haben zwei Dosen Cola gekauft, 3 Euro pro Dose. Lauwarm. Das ist für einen Ferienflieger nicht ungewöhnlich, aber es ist eben auch nicht das, was man für 3 Euro erwartet. Wenn du Wert auf ein kaltes Getränk legst, kauf dir hinter der Sicherheitskontrolle eine Flasche Wasser und nimm sie mit an Bord.

Bezahlt wird nach einer Karte, auf der die Preise sowohl in Euro als auch in türkischen Lira stehen. Interessantes Detail: Bei Kartenzahlung war es günstiger als in bar. Wer also noch Lira loswerden will, rechnet vorher kurz nach, ob sich das lohnt.

Zur Verpflegung für Vegetarier: Bei einem Angebot, das komplett auf Bezahlkarte läuft und aus wenigen Snacks besteht, ist die Auswahl grundsätzlich dünn. Martina isst vegetarisch, und wir handhaben das auf solchen Strecken inzwischen so, dass wir uns vor dem Flug am Flughafen etwas mitnehmen. Das ist billiger, verlässlicher und du weißt, was du bekommst.

Die Sprachbarriere war das eigentliche Problem

Der Punkt, der uns am meisten gestört hat, hatte nichts mit Sitzabstand oder Cola-Preisen zu tun. Sämtliche Ansagen und Anweisungen des Personals am Flughafen liefen ausschließlich auf Türkisch. Englisch sprach dort praktisch niemand, und es wirkte auch nicht so, als hätte irgendjemand auf dem Schirm gehabt, dass in der Schlange Leute stehen könnten, die kein Türkisch verstehen.

Das ist bei einem reinen Inlandsflug nachvollziehbar. Bei einem internationalen Flug nach München, der zu großen Teilen mit Passagieren aus Deutschland besetzt ist, ist es semi-optimal. Auch die Crew an Bord war zwar freundlich, aber mit Englisch ebenfalls überfordert.

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Praktisch heißt das für dich: Verlass dich nicht auf Durchsagen. Behalte die Anzeigetafeln im Auge, geh früh zum Gate und frag im Zweifel nach, statt zu warten, bis dich jemand informiert.

Ankunft in München Terminal 1: 10 Minuten bis zum Koffer

Und dann kam der beste Teil des ganzen Tages, ausgerechnet in München. Vom Verlassen des Flugzeugs über die Einreisekontrolle bis zum Gepäck hat es etwa 10 Minuten gedauert.

Die Einreise lief über die elektronischen Schalter, also die automatischen eGates. Kein Anstehen, kein Thema. Und als wir am Band ankamen, lagen unsere Koffer schon da. Wer öfter in Terminal 1 landet, weiß, wie ungewöhnlich das ist. Normalerweise ist genau dieses Terminal dafür bekannt, dass man am Band Wurzeln schlägt. Das war für uns das bisher positivste Erlebnis in München überhaupt.

Kleines Detail am Rande: Beim Aufsetzen wurde geklatscht. Bei einem planmäßig gelandeten Linienflug von der Hauptstadt eines Landes in eine deutsche Großstadt ist das ein bisschen seltsam, aber es passt zum Charakter der Airline. SunExpress ist und bleibt ein Urlaubsflieger, auch auf dieser Strecke.

Flugbegleiter stehen im Gang der Flugzeugkabine, während die Passagiere mit dem Blick nach vorne sitzen.
Flugzeugsitze mit Sicherheitshinweisen und Speisekarten in den Sitztaschen, aus der Perspektive der Passagiere betrachtet.

Fluggastrechte: Warum EU 261 hier nicht greift

Ein Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben und der bares Geld wert sein kann. Die EU-Fluggastrechteverordnung gilt für alle Airlines mit Sitz in der EU, bei Fluggesellschaften außerhalb der Union greift sie nur für Flüge, die in der EU starten. SunExpress ist eine türkische Gesellschaft mit Sitz in Antalya, und unser Flug startete in Ankara. Bei einer Annullierung oder mehrstündigen Verspätung auf XQ716 hättest du also keinen Anspruch nach EU 261.

Komplett schutzlos bist du trotzdem nicht. Die Türkei hat seit 2012 eine eigene Fluggastrechteverordnung, das sogenannte SHY-Abkommen, das in weiten Teilen an das EU-Recht angelehnt ist und für alle türkischen Airlines gilt, also auch für SunExpress. Der Haken: Du musst dich selbst darum kümmern, und die Durchsetzung ist deutlich mühsamer als bei einem EU-Fall. Wie die bekannten Portale dabei abschneiden, haben wir in unserem Vergleich von AirHelp, Flightright und ClaimFlights aufgeschrieben.

Umgekehrt gilt: Fliegst du mit SunExpress von München nach Ankara, also aus der EU heraus, greift EU 261 sehr wohl. Die Richtung entscheidet.

Was wir in den zehn Tagen Türkei gemacht haben

Der Flug war für uns kein Urlaubsende, sondern ein Zwischenstopp. Wir waren insgesamt zehn Tage in der Türkei und haben die Zeit rund um Ankara genutzt. Auf dem Programm standen Kappadokien mit den Felsformationen und Ballons, der Salzsee Tuz Gölü, der oft als günstigere Alternative zum Salar de Uyuni gehandelt wird, und die unterirdische Stadt Derinkuyu.

Wenn du also über Ankara ein- oder ausfliegst: Die Stadt selbst ist kein Reiseziel, für das du Tage einplanen musst. Kappadokien liegt gut erreichbar und ist der eigentliche Grund, warum sich der Umweg über Esenboğa lohnt.

Praktische Tipps für deinen SunExpress-Flug

Sei früher am Flughafen, als du denkst. Nicht wegen der Sicherheitskontrolle, die ging in Ankara sehr schnell, sondern wegen des Check-ins. Zwei besetzte Schalter für eine volle 737 sind kein Einzelfall.

Prüf vor der Buchung, welcher Tarif dahintersteckt. 30 Kilo Aufgabegepäck ändern die Preisrechnung komplett gegenüber einem nackten Billigticket.

Lade Handy und Powerbank vor dem Flug. Keine Steckdose, kein USB, kein WLAN, kein Bildschirm.

Nimm dir Getränke und Essen mit an Bord. 3 Euro für eine lauwarme Dose Cola muss nicht sein, und für Vegetarier ist das Bordangebot ohnehin dünn.

Verlass dich nicht auf englische Durchsagen. Anzeigetafel im Blick behalten, im Zweifel nachfragen.

Wenn du nur mit Handgepäck reist, nutze den Online-Check-in. Dann kannst du die Schalter komplett umgehen.

Häufig gestellte Fragen zu SunExpress

Ist SunExpress eine seriöse Airline?

Ja. SunExpress ist ein Joint Venture von Turkish Airlines und Lufthansa, die jeweils 50 Prozent halten, und fliegt seit 1990. Die Wartung der reinen Boeing-737-Flotte läuft unter anderem über Lufthansa Technik und Turkish Technic. Die Schwächen liegen bei Organisation und Service am Boden, nicht bei Sicherheit oder Technik.

Wie viel Handgepäck darf ich bei SunExpress mitnehmen?

Im SunLight-Tarif sind 40 x 30 x 20 cm bei maximal 4 kg erlaubt, in den Tarifen SunValue, SunEco+ und SunComfort 55 x 40 x 23 cm bei maximal 8 kg. Räder und Griffe werden mitgemessen. Bei unserem Flug wurde das Handgepäck nicht kontrolliert, verlassen solltest du dich darauf nicht.

Ist aufgegebenes Gepäck bei SunExpress im Preis enthalten?

Das hängt vom Tarif ab. Je nach Tarif sind zwischen 15 und 30 kg Freigepäck enthalten, im günstigsten Tarif gar keins. Bei uns waren 30 kg pro Person dabei, wir haben mit 24 und 26 kg nichts nachgezahlt.

Gibt es bei SunExpress Essen und Trinken an Bord?

Nur gegen Bezahlung. Auf unserem Flug war nichts inklusive. Eine Dose Cola kostete 3 Euro, bezahlt wird in Euro oder Lira, bei Kartenzahlung war es günstiger.

Wie lange dauert der Flug von Ankara nach München?

Planmäßig 3 Stunden und 10 Minuten. Unser Flug XQ716 startete 10 Minuten später und landete trotzdem pünktlich um 17:20 Uhr in München Terminal 1.

Bekomme ich bei einem Flug von der Türkei nach Deutschland eine Entschädigung?

Nicht nach EU-Recht. Die EU-Fluggastrechteverordnung greift bei Nicht-EU-Airlines nur für Flüge, die in der EU starten. Stattdessen gilt die türkische SHY-Verordnung, die sich am EU-Recht orientiert und auch für SunExpress gilt.

Lohnt sich eine Sitzplatzreservierung bei SunExpress?

Auf drei Stunden aus unserer Sicht nicht. Wir haben nichts reserviert, wurden zusammengesetzt und sind sogar in der Notausgangsreihe gelandet. Wer zwingend nebeneinander sitzen muss, etwa mit Kindern, sollte trotzdem buchen.

Ist SunExpress ein Billigflieger?

Nein, aber auch keine Full-Service-Airline. Das Gepäck ist großzügig, an Bord gibt es dafür nichts inklusive und keinerlei Ausstattung. Preislich lag unser One-Way bei 262 Euro pro Person inklusive 30 kg Gepäck.

Unser Fazit

SunExpress hat auf dieser Strecke genau das geliefert, was man von einem Ferienflieger erwarten kann: Der Flieger war sauber, die Crew freundlich, wir waren pünktlich in München und das Gepäck kam vollständig an. Mehr war nicht, weniger aber auch nicht.

Der größte Pluspunkt ist das Freigepäck. 30 Kilo pro Person aufgegeben sind auf dieser Strecke ein echtes Argument, gerade wenn du wie wir mit vollen Koffern reist. Damit relativiert sich auch der Ticketpreis von 262 Euro.

Der größte Minuspunkt ist der Bodenbetrieb in Ankara. Zwei Schalter für einen ausgebuchten Flug und ein Personal, das ausschließlich Türkisch spricht, passen nicht zu einem internationalen Flug nach Deutschland. Dazu kommen 3 Euro für eine lauwarme Cola und ein Flugzeug ohne jede Ausstattung.

Würden wir wieder buchen? Ja, wenn der Preis stimmt und Gepäck dabei ist. SunExpress ist keine Airline, die man wegen des Erlebnisses bucht, sondern wegen der Verbindung. Auf der Strecke Ankara nach München gibt es ohnehin nicht viele Alternativen, und für einen Direktflug ohne Umsteigen in Istanbul nehmen wir eine chaotische halbe Stunde am Check-in in Kauf. Wer allerdings Wert auf Service, Bordunterhaltung oder verlässliche Kommunikation legt, wird hier nicht glücklich.

Einen direkten Vergleich zu AJet auf unserer Etappe von Trabzon nach Ankara ziehen wir bewusst nicht. Das sind zwei komplett unterschiedliche Flüge, ein kurzer Inlandshüpfer gegen einen internationalen Dreistünder, und ein Vergleich wäre unfair. Beide Berichte stehen für sich.

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