Ein kleiner Baumarkt in einer Straße, vor dem ein gelbes Fahrrad und ein Lastdreirad stehen.

Guangzhou Sehenswürdigkeiten: 9 Highlights aus unserer Woche in Kanton

Kennst du Guangzhou? Die meisten Deutschen kennen die Stadt höchstens als Messestandort oder als Namen auf einem Lieferschein. Dabei leben hier über 19 Millionen Menschen, und das alte Kanton gehört zu den spannendsten Großstädten Chinas. Wir waren im Oktober 2026 eine Woche in Guangzhou. Ganz ehrlich: Davon haben wir nur zwei Tage wirklich mit Sightseeing verbracht, den Rest hat uns der Jetlag nach dem Flug aus Europa abgezogen. Trotzdem haben wir in dieser Zeit eine Menge gesehen, viel zu Fuß und mit dem Leihrad, und vieles davon auch schon vor unserer eigentlichen Drehtour einmal angeschaut.

In diesem Artikel zeigen wir dir die Guangzhou Sehenswürdigkeiten, die sich für uns gelohnt haben: von Shamian Island mit seinen europäischen Kolonialbauten über den skurrilen Kräutermarkt bis zum Canton Tower an der Skyline. Dazu bekommst du Eintrittspreise, Öffnungszeiten, unseren Hoteltipp, Infos zu Visum, Internet und Bezahlen sowie eine ehrliche Einschätzung, ob sich Guangzhou für dich lohnt. Kleiner Spoiler: Ja, tut es.

Ein Lieferfahrer auf einem Roller fährt an zwei Personen vorbei, die in einem elektrischen Rollstuhl sitzen.
Eine Gruppe von Menschen, die in einem Innenhof mit traditioneller chinesischer Architektur Tai Chi praktizieren.

Guangzhou in Zahlen: Die wichtigsten Fakten

FaktGuangzhou (广州)
Einwohnerca. 19,1 Millionen (Ende 2025)
Flächeca. 7.434 km²
Höhe über dem Meeresspiegelca. 21 m
Gründung214 v. Chr. als Panyu unter der Qin-Dynastie
ProvinzHauptstadt der Provinz Guangdong
SpracheKantonesisch und Hochchinesisch (Mandarin)
SpitznamenStadt der Ziegen (羊城) und Blumenstadt (花城)
BesonderheitenHistorisch „Kanton“, über Jahrhunderte Chinas wichtigster Hafen für den Handel mit Europa
WirtschaftBIP 2025 rund 3,2 Billionen Yuan; Handel, Automobilindustrie, Kanton-Messe (Canton Fair)
WährungRenminbi Yuan (CNY), 1 Euro ≈ 7,5 Yuan (Stand Oktober 2026)

Alle Euro-Angaben in diesem Artikel sind mit diesem Kurs gerechnet und auf glatte Beträge gerundet.

Anreise und Unterkunft in Guangzhou

Mit Vietnam Airlines in der Business Class nach Guangzhou

Wir sind mit Vietnam Airlines in der Business Class von München nach Hanoi geflogen, dort umgestiegen und weiter nach Guangzhou. Wie sich der Langstreckenflug angefühlt hat, liest du ausführlich in unserem Bericht über die Vietnam Airlines Business Class auf dem Flug VN34 von München nach Hanoi. Allgemeine Erfahrungen mit der Airline haben wir außerdem in unserem Artikel Fliegen mit Vietnam Airlines zusammengefasst.

Gelandet wirst du in Guangzhou am Baiyun International Airport, dem großen Drehkreuz im Norden der Stadt. Von dort kommst du mit der Metro (Linie 3) oder per Taxi beziehungsweise DiDi ins Zentrum. Wer vorher noch Hongkong mitnimmt: Zwischen Hongkong und Guangzhou fahren Schnellzüge, die Strecke ist eine beliebte Kombination. Unsere Tipps für Hongkong findest du in Highlights in Hongkong.

Schild zur Boarding-Reihenfolge bei Vietnam Airlines mit den Zonen 1 bis 5.
Ein blaues Passagierflugzeug der Vietnam Airlines, das an einem Flugsteig geparkt ist.

Einreise: 30 Tage visumfrei

Für deutsche Staatsbürger ist China aktuell unkompliziert: Du darfst bis zu 30 Tage ohne Visum einreisen. Genau so sind wir auch eingereist. Die Regelung gilt nach aktuellem Stand bis zum 31. Dezember 2026. Wenn du später reist, prüf vorher unbedingt, ob sie verlängert wurde. Wer länger bleiben will, braucht ein reguläres Visum.

Unser Hotel: DoubleTree by Hilton Guangzhou

Gewohnt haben wir im DoubleTree by Hilton Guangzhou an der Dongfeng Road im Bezirk Yuexiu. Für fünf Nächte haben wir rund 500 Euro bezahlt, also etwa 100 Euro (rund 750 Yuan) pro Nacht. Dafür gab es ein Upgrade in ein Executive Room, ein richtig gutes Frühstück und einen tollen Pool. Für uns hat an diesem Hotel einfach alles gepasst.

Die Lage ist für Sightseeing praktisch: Yuexiu ist der historische Kern der Stadt, der Yuexiu Park liegt in der Nähe, und mit der Metro bist du schnell in der Altstadt rund um die Beijing Road. Wer zum ersten Mal in Guangzhou ist, macht mit einer Unterkunft in Yuexiu wenig falsch. Wer eher Skyline und Nachtleben will, schaut sich im modernen Tianhe-Bezirk um.

Guangzhou Sehenswürdigkeiten: Unsere 9 Stopps im Überblick

Bevor wir ins Detail gehen, hier die Route, an der wir uns orientiert haben. Sie lässt sich bequem auf zwei Tage verteilen:

StoppWas dich erwartetZeit vor OrtEintritt
Shamian Island (沙面岛)Kolonialbauten, alte Bäume, ruhige Straßen45 bis 60 Min.frei
Qingping-Kräutermarkt (清平中药材市场)Kräuter, Wurzeln, getrocknete Kuriositäten30 bis 45 Min.frei
Yongqing Fang / Enning Road (永庆坊 / 恩宁路)Historische Gassen, Arkadenhäuser, Cafésca. 2 Std. inkl. Essenfrei
Beijing Road (北京路步行街)Fußgängerzone, Shopping, Snacks1 bis 2 Std.frei
Dafo Temple (大佛寺)Beleuchtete Tempelfassade am Abendca. 30 Min.frei
Yuexiu Park (越秀公园)Grünflächen, Fünf-Widder-Skulptur1 bis 1,5 Std.frei
Chen Clan Ancestral Hall (陈家祠)Klassische Architektur, Schnitzereien1 bis 1,5 Std.10 Yuan (ca. 1,30 Euro)
Huacheng Square (花城广场)Hochhäuser, Opernhaus, Blick auf den Canton Towerspäter Nachmittagfrei
Haixinsha und Canton Tower (海心沙 / 广州塔)Skyline bei Dämmerung und Nacht1 bis 2 Std.Turm ab 150 Yuan (ca. 20 Euro)

Unsere Empfehlung: Kombiniere Shamian, Qingping und Yongqing Fang zu einem Altstadtblock, denn die drei liegen nah beieinander. Beijing Road und Dafo Temple hebst du dir für den Abend auf. Am zweiten Tag geht es von Yuexiu Park und der Chen Clan Ancestral Hall weiter in den modernen Teil der Stadt, und am Abend endest du am Perlfluss mit Blick auf den Canton Tower.

Tag 1: Die Altstadt von Guangzhou

Shamian Island (沙面岛): „Das ist China?“

Wer direkt aus dem Hochhausgewimmel nach Shamian kommt, reibt sich erst einmal die Augen. Die kleine Insel im Perlfluss war im 19. Jahrhundert eine britische und französische Konzession. Nach dem Zweiten Opiumkrieg wurde die Sandbank ab 1859 aufgeschüttet und an die beiden Kolonialmächte vergeben. Was davon übrig ist, sind über 150 Gebäude im europäischen Stil: ehemalige Konsulate, Banken, Kirchen und Handelshäuser, heute meist Cafés, Boutiquen oder Büros.

Für uns war Shamian der perfekte Einstieg in Guangzhou. Am meisten beeindruckt haben uns die alten Bäume. Riesige, ausladende Kronen spenden Schatten über den breiten Alleen, dazwischen Bänke, kleine Parks und kaum Verkehr. Die Atmosphäre ist entspannt, fast schon gemächlich, und das in einer Stadt mit 19 Millionen Einwohnern. Shamian ist außerdem extrem fotogen. Egal ob Kolonialfassade, Bronzefiguren am Straßenrand oder Lichtspiel unter den Bäumen: Du findest an jeder Ecke ein Motiv.

Unser Tipp: Lass dir Zeit und lauf die Insel einfach ab. Spazieren macht hier richtig Spaß. Shamian ist rund 900 Meter lang, also kein Marathon. Eine knappe Stunde reicht für einen entspannten Rundgang, mit Kaffeepause gerne mehr. Am angenehmsten ist es am Vormittag oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne tiefer steht.

Praktisch: Eintritt frei, rund um die Uhr zugänglich. Metro Linie 1 oder 6 bis Huangsha (黄沙), von dort sind es wenige Minuten zu Fuß über eine Brücke.

Ein rundes Beet, das einen Steinbrunnen in einem von Bäumen gesäumten Park mit chinesischen Flaggen umgibt.
Eine Frau in T-Shirt und Shorts, die auf einem Gehweg vor einem Steingebäude entlanggeht.

Qingping-Kräutermarkt (清平中药材市场): Skurril, aber echt

Nur ein paar Minuten von Shamian entfernt wartet das komplette Kontrastprogramm. Der Qingping-Markt ist einer der bekanntesten Märkte für traditionelle chinesische Medizin in Südchina. Hier geht es nicht um Touristen, sondern um Handel: Säcke voller getrockneter Wurzeln, Pilze in allen Formen, Rinden, Samen, Blüten und Zutaten, bei denen du lieber nicht so genau wissen willst, was es ist. Der Markt hat auch historisch Gewicht: Nach dem Beginn der Wirtschaftsreformen wurde er 1979 als einer der ersten freien Märkte Chinas wiedereröffnet.

Wir fanden den Markt ziemlich skurril, im besten Sinne. Gekauft haben wir allerdings nichts. Der Grund ist simpel: Wir wussten bei den allermeisten Sachen schlicht nicht, was das eigentlich ist. Und ohne Chinesischkenntnisse irgendeine getrocknete Wurzel zu kaufen, deren Zweck man nicht kennt, erschien uns dann doch keine gute Idee.

Positiv überrascht hat uns, wie entspannt die Händler waren. Wir haben dort gefilmt, und auf die Kamera wurde durchweg freundlich reagiert. Das war überhaupt kein Problem. Trotzdem gilt: Das ist ein Arbeitsort. Halt nicht stundenlang die Linse auf jemanden, ohne zu fragen, und steh nicht im Weg, wenn gerade Ware abgeladen wird.

Wichtig für die Erwartungshaltung: Das ist kein Streetfood-Markt. Wenn du Snacks suchst, bist du in Yongqing Fang oder an der Beijing Road besser aufgehoben. Für Nahaufnahmen, Gerüche und echtes Handelsleben ist Qingping dagegen ideal. 30 bis 45 Minuten reichen völlig.

Praktisch: Eintritt frei. Die meisten Stände öffnen vormittags und schließen am frühen Abend. Der Markt liegt direkt nördlich von Shamian, Metro Huangsha.

Reihen von Plastiktüten, gefüllt mit verschiedenen getrockneten Kräutern und Gewürzen.
Eine Frau in einem schwarzen Kleid mit Punkten steht an einem Marktstand, an dem Tüten mit Trockenwaren verkauft werden.

Yongqing Fang und Enning Road (永庆坊 / 恩宁路): Unser Favorit in der Altstadt

Wenn du dir in Guangzhou nur ein Altstadtviertel anschauen willst, dann dieses. Yongqing Fang ist ein restauriertes Viertel im Bezirk Liwan mit schmalen Gassen, grauen Ziegelhäusern und den typischen Arkadenhäusern der Region, den sogenannten Qilou (骑楼). Unten liegen die Geschäfte, oben die Wohnungen, und der Gehweg verläuft überdacht unter den Obergeschossen. Das ist bei Sonne und Regen gleichermaßen praktisch und ein Klassiker der südchinesischen Architektur.

Die Enning Road, die direkt angrenzt, gilt als eine der am besten erhaltenen Qilou-Straßen der Stadt. Zusammen ergibt das einen Spaziergang, der sich anfühlt wie eine Zeitreise, nur eben mit Cafés, Teeläden und kleinen Designgeschäften dazwischen.

Ein Stopp, den wir uns nicht entgehen lassen wollten: das Haus von Bruce Lees Familie (李小龙祖居). Bruce Lee wurde zwar 1940 in San Francisco geboren und wuchs in Hongkong auf, sein Vater Lee Hoi-chuen war aber Darsteller der Kantonesischen Oper und lebte hier in Yongqing Fang. Das kleine Haus kannst du dir anschauen, es gibt Fotos und Erinnerungsstücke. Ein riesiges Museum darfst du nicht erwarten, für Fans ist der Abstecher trotzdem Pflicht. Passend dazu liegt an der Enning Road auch das Museum der Kantonesischen Oper, falls du tiefer in die Kultur der Region eintauchen willst.

In Yongqing Fang und später auch an der Beijing Road haben wir uns mit verschiedenen Tees eingedeckt und uns durch ein paar Snacks probiert. Hängen geblieben ist eine Zimtschnecke mit Apfel, die ehrlich gesagt nicht unbedingt das ist, was man in der kantonesischen Altstadt erwartet, aber sehr lecker war.

Ist es touristisch überlaufen? Nicht wirklich. Es war schon etwas los, aber nichts, was uns gestört hätte. Plane für das Viertel inklusive Essen rund zwei Stunden ein.

Praktisch: Eintritt frei. Metro Linie 1 bis Changshou Lu (长寿路) oder Linie 6 bis Huangsha, von dort zu Fuß. Shamian, Qingping und Yongqing Fang liegen so nah beieinander, dass du alle drei problemlos zu Fuß verbinden kannst.

Beijing Road (北京路步行街): Shopping, Snacks und Großstadttrubel

Die Beijing Road ist die bekannteste Fußgängerzone Guangzhous und eine der ältesten Geschäftsstraßen der Stadt. Gehandelt wird hier schon seit der Tang- und Song-Dynastie. Das Besondere: Unter dem heutigen Pflaster haben Archäologen mehrere Schichten historischer Straßenbeläge aus verschiedenen Dynastien gefunden. An einigen Stellen sind sie unter Glasplatten im Boden sichtbar, du läufst also buchstäblich über tausend Jahre Stadtgeschichte.

Für uns war die Beijing Road gleich am ersten Tag ein Pflichtstopp, und zwar aus einem sehr konkreten Grund: Wir haben uns dort eine neue Insta360 Luna Ultra gekauft, die neue Variante mit zwei Linsen. Sie ist ab sofort unsere Kamera für die YouTube-Vlogs. China ist für Kameras und Technik eine gute Adresse, und die Fußgängerzone hat entsprechende Geschäfte. Wer mehr über unsere Ausrüstung lesen will, findet in die richtige Kamera für eine Weltreise unsere Grundgedanken dazu.

Danach gab es erst einmal einen Milk Tea bei Chagee (霸王茶姬), einer der großen chinesischen Teeketten. Solche Läden sind in China allgegenwärtig, und an der Beijing Road findest du gefühlt alle paar Meter einen Laden. Wer wissen will, woher der Hype eigentlich kommt, liest unseren Artikel über Bubble Tea, Taiwans Lieblingsgetränk.

Die Beijing Road ist laut, voll, bunt und hell beleuchtet. Wer Ruhe sucht, ist hier falsch. Wer das typische Gefühl einer chinesischen Megacity erleben will, mit Leuchtreklamen, Snackständen und Menschenmassen, ist genau richtig. Am stimmungsvollsten ist es am Abend, deshalb passt die Beijing Road perfekt ans Ende eines Altstadttages. Plane ein bis zwei Stunden ein.

Praktisch: Eintritt frei. Metro Linie 6 bis Beijing Lu (北京路) oder Linie 1 und 2 bis Gongyuanqian (公园前).

Eine Person in einer Latzhose mit Sternenmuster geht nachts mit einer französischen Bulldogge auf einer belebten Stadtstraße spazieren.
Eine schmale städtische Gasse, gesäumt von geparkten Rollern und Motorrädern.

Dafo Temple (大佛寺): Bei Nacht am schönsten

Nur wenige Gehminuten von der Beijing Road entfernt liegt der Dafo Temple, der Tempel des Großen Buddha. Seine Geschichte reicht bis in die Zeit der Südlichen Han-Dynastie im 10. Jahrhundert zurück, das heutige Gebäude wurde später unter der Qing-Dynastie neu errichtet. Mitten zwischen Einkaufsstraßen und Wohnblocks wirkt der Tempel fast wie eine Insel.

Wir haben den Dafo Temple sowohl bei Tag als auch bei Nacht gesehen, und der Unterschied ist deutlich. Tagsüber ist er durchaus beeindruckend, aber nicht so gigantisch, wie man nach den Fotos vielleicht erwartet. Bei Nacht dagegen ist er wirklich wunderschön. Die Fassade wird aufwendig beleuchtet, und genau dann entfaltet der Tempel seine Wirkung. Für Fotos und Videos ist das eines der stärksten Abendmotive in der Altstadt.

Unser klarer Rat: Wenn du nur einmal hingehst, dann nach Einbruch der Dunkelheit, direkt im Anschluss an die Beijing Road. 30 Minuten reichen.

Praktisch: Kein Eintritt, der Tempel ist ein aktiver Ort des Gebets. Verhalte dich entsprechend ruhig, und frag nach, bevor du Betende fotografierst.

Mehrstöckiger chinesischer Tempel, der nachts beleuchtet ist und über dem Eingang ein Banner hängt.
Eine goldene Buddha-Statue vor einer mit Schnitzereien verzierten Wand in einem schwach beleuchteten Tempel mit Holzlaternen.

Tag 2: Park, Kultur und moderne Megacity

Yuexiu Park (越秀公园): Joggen zwischen Wahrzeichen

Der Yuexiu Park ist mit rund 86 Hektar der größte Stadtpark Guangzhous und liegt mitten im historischen Zentrum. Da unser Hotel nicht weit entfernt war, waren wir hier nicht nur zum Sightseeing, sondern auch zum Joggen und Spazierengehen. Und das können wir dir nur empfehlen: Der Park ist super gepflegt, die Wege sind sauber, es gibt Seen, Hügel und viel Grün. Das Durchlaufen macht richtig Spaß, und Hunger musst du auch nicht befürchten, denn überall findest du Snacks.

Das bekannteste Motiv im Park ist die Fünf-Widder-Skulptur (五羊石像) aus dem Jahr 1959, eines der Wahrzeichen der Stadt. Laut Legende ritten fünf Himmelswesen auf Widdern nach Guangzhou und brachten Reishalme mit, als Zeichen, dass die Stadt nie Hunger leiden müsse. Daher stammt auch der Spitzname „Stadt der Ziegen“. Ebenfalls im Park steht der Zhenhai-Turm (镇海楼) aus der Ming-Zeit, in dem heute ein Teil des Guangzhou Museums untergebracht ist.

Unser Eindruck: Der Yuexiu Park ist kein Ort, den man „abhakt“, sondern einer, an dem man gerne Zeit verbringt. Morgens sind viele Einheimische unterwegs, die Tai Chi machen, tanzen oder Sport treiben. Wenn du früh kommst, siehst du Guangzhou von seiner entspanntesten Seite. Für die Hauptsehenswürdigkeiten im Park reichen 1 bis 1,5 Stunden.

Praktisch: Eintritt frei, geöffnet von 6 bis 22 Uhr. Metro Linie 2 bis Yuexiu Gongyuan (越秀公园), Ausgang B1.

Chen Clan Ancestral Hall (陈家祠): Klassische Architektur in Perfektion

Die Ahnenhalle der Familie Chen, auch Chen Clan Academy genannt, gilt als die erste Adresse, wenn es um klassische chinesische Architektur in Guangzhou geht. Gebaut wurde sie zwischen 1888 und 1894, gegen Ende der Qing-Dynastie. Finanziert haben sie Familien mit dem Nachnamen Chen aus 72 Landkreisen der Provinz Guangdong. Die Halle diente als Ahnentempel und als Unterkunft für junge Männer der Familie, die in der Provinzhauptstadt die kaiserlichen Beamtenprüfungen ablegten.

Was die Anlage so besonders macht, sind die Details. Die Dächer sind mit Keramikfiguren und Szenen aus Legenden überladen, die Holzschnitzereien, Steinreliefs und Ziegelschnitzereien sind unglaublich fein gearbeitet. Dazwischen liegen ruhige Innenhöfe, die einen schönen Kontrast zum Großstadtlärm draußen bilden. Heute ist hier das Guangdong-Volkskunstmuseum untergebracht, das zusätzlich Kunsthandwerk aus der Region zeigt.

Unser Tipp: Schau nicht nur geradeaus, sondern vor allem nach oben. Die spannendsten Details sitzen auf den Dachfirsten. Für Fotos sind Vormittage unter der Woche am angenehmsten. Plane 1 bis 1,5 Stunden ein.

NomadenStory – Folge uns auf YouTube für Reisegeschichten, Tipps & Guides aus aller Welt.
Abonnieren

Praktisch: Eintritt 10 Yuan (ca. 1,30 Euro). Geöffnet täglich außer montags (Feiertage ausgenommen) von 9 bis 17:30 Uhr, letzter Einlass um 17 Uhr. Im Sommerhalbjahr (15. April bis 15. Oktober) bis 18 Uhr. Metro Linie 1 bis Chen Clan Academy (陈家祠), Ausgang D.

Huacheng Square (花城广场): Das moderne Guangzhou

Nach Altstadt und Ahnenhalle folgt der Sprung ins 21. Jahrhundert. Der Huacheng Square, der „Platz der Blumenstadt“, ist die zentrale Achse des Geschäftsviertels Zhujiang New Town im Bezirk Tianhe. Links und rechts ragen Wolkenkratzer in den Himmel, darunter der Guangzhou International Finance Center und der CTF Finance Centre, eines der höchsten Gebäude Chinas.

Direkt am Platz stehen außerdem das Guangzhou Opera House, entworfen von der Stararchitektin Zaha Hadid und 2010 eröffnet, sowie das Guangdong Museum und die moderne Stadtbibliothek. Am südlichen Ende der Achse fällt der Blick auf den Perlfluss und den Canton Tower auf der anderen Uferseite.

Der Huacheng Square ist vor allem eins: ein Ort für Perspektiven. Die Weite des Platzes, die Glasfassaden und der Turm im Hintergrund machen ihn zum klassischen Motiv für das „neue China“. Ideal ist der späte Nachmittag, wenn sich das Licht ändert und du anschließend direkt zum Fluss weitergehen kannst.

Praktisch: Eintritt frei. Metro Linie 3 oder 5 bis Zhujiang New Town (珠江新城) oder APM-Linie bis Huacheng Dadao (花城大道).

Haixinsha und der Canton Tower (海心沙 / 广州塔): Das Finale am Perlfluss

Haixinsha ist eine kleine Insel im Perlfluss am südlichen Ende des Huacheng Square. 2010 fand hier die Eröffnungsfeier der Asienspiele statt, heute ist die Insel vor allem eins: der beste Platz für den Blick auf den Canton Tower und die Skyline von Tianhe.

Der Canton Tower ist mit 600 Metern einer der höchsten Fernsehtürme der Welt. Seine schmale, in sich gedrehte Form hat ihm in der Stadt den Spitznamen „kleine Taille“ (小蛮腰) eingebracht. Am Abend wird der Turm mit LEDs beleuchtet, die Farben und Muster wechseln. Genau dann, in der Dämmerung und kurz danach, ist das Ufer am stärksten. Für ein Vlog-Finale gibt es in Guangzhou kaum einen besseren Ort.

Wer hoch hinaus will, hat mehrere Optionen. Die Preise, Stand 2026:

TicketPreis
Aussichtsplattform 433 m150 Yuan (ca. 20 Euro)
Aussicht 450 m228 Yuan (ca. 30 Euro)
Aussicht 488 m328 Yuan (ca. 44 Euro)
Kombiticket mit Bubble Tram (460 m)298 Yuan (ca. 40 Euro)
Kombiticket mit Sky Drop (480 m)268 Yuan (ca. 36 Euro)

Die Bubble Tram ist ein Riesenrad aus gläsernen Gondeln, das sich horizontal um die Turmspitze bewegt. Der Sky Drop ist ein Freifallturm ganz oben. Der Canton Tower ist täglich von 9:30 bis 22:30 Uhr geöffnet, Einlass bis 22 Uhr. Die Anfahrt klappt mit der APM-Linie oder Linie 3 bis Canton Tower Station (广州塔), Ausgang A.

Ehrlich gesagt: Ob sich die Fahrt nach oben lohnt, hängt stark vom Wetter ab. Bei Dunst oder Smog siehst du von oben wenig, und dann ist der Blick vom Ufer auf den beleuchteten Turm oft das bessere Erlebnis. Prüf also vor dem Ticketkauf die Sicht.

Perlfluss-Bootstour bei Nacht

Die klassische Ergänzung zum Abend am Ufer ist eine Nachtfahrt auf dem Perlfluss. Die Boote fahren an der beleuchteten Skyline vorbei, unter mehreren Brücken hindurch und direkt am Canton Tower entlang. Je nach Anleger dauern die Touren zwischen 50 und 90 Minuten und kosten zwischen rund 88 und 218 Yuan (ca. 12 bis 29 Euro).

Die wichtigsten Anleger sind Tianzi Pier nahe der Beijing Road (Abfahrten ab ca. 18:40 Uhr, 70 bis 80 Minuten, 108 bis 168 Yuan), Haixinsha West Pier direkt bei der Insel (ab ca. 18:45 Uhr, 50 bis 60 Minuten, 108 bis 148 Yuan) und Dashatou Pier (ab ca. 18:40 Uhr, ca. 60 Minuten, 88 bis 178 Yuan). Die Beleuchtung der Skyline läuft in der Regel von 19:30 bis 22:30 Uhr, die besten Fahrten liegen also im Zeitraum dazwischen.

Unser Tipp: Wer am Huacheng Square startet, nimmt am bequemsten ein Boot ab Haixinsha. Wer den Abend an der Beijing Road verbringt, steigt am Tianzi Pier ein. Die Preise unterscheiden sich vor allem nach Bootstyp und Deck. Ein Platz auf dem offenen Oberdeck lohnt sich für Fotos.

Essen und Trinken in Guangzhou

Guangzhou gilt als Hauptstadt der kantonesischen Küche, und das merkt man. Wer hier nicht isst, hat die Stadt nicht verstanden. Wir haben unglaublich viel Dim Sum gegessen, dazu Char Siu (叉烧), das süß-glasierte, gegrillte Schweinefleisch, und verschiedene Mochi. Das war alles wirklich sehr lecker. Konkrete Restaurantempfehlungen können wir dir dabei nicht geben, denn wir haben uns eher treiben lassen und dort gegessen, wo es gut aussah und voll war. Das ist in Guangzhou ohnehin die beste Strategie: Wo Einheimische Schlange stehen, ist das Essen meist gut.

Dim Sum isst du in Guangzhou traditionell zum Frühstück oder Mittagessen. Die Kantonesen nennen das „Yum Cha“ (饮茶), wörtlich „Tee trinken“, denn zu den kleinen Körbchen gehört immer eine Kanne Tee. Klassiker, die du probieren solltest, sind Har Gow (虾饺, Garnelen-Teigtaschen), Siu Mai (烧卖) und Char Siu Bao (叉烧包, gedämpfte Brötchen mit Char-Siu-Füllung). Dazu kommen Cheung Fun (肠粉), gedämpfte Reisnudelrollen, die du in Guangzhou an vielen Ecken bekommst.

Wer Hongkong kennt, wird vieles wiedererkennen. Unsere Übersicht zu typischen Gerichten aus Hongkong und ihren Kosten passt auch für Guangzhou als Orientierung.

Vegetarisch essen in Guangzhou

Für Martina als Vegetarierin war Guangzhou ehrlicherweise eher schwierig. Vegetarische Optionen gibt es durchaus, das Problem ist die Verständigung. Speisekarten sind oft nur auf Chinesisch, und die Übersetzungs-Apps liefern nicht immer das richtige Ergebnis. Was als „Gemüse-Teigtasche“ übersetzt wird, kann trotzdem Schweinefleisch oder Garnelen enthalten, und Brühen basieren häufig auf Fleisch. Machbar ist es trotzdem, nur eben mit etwas Aufwand.

Was dir hilft: Merk dir das Zeichen 素 (sù), das für vegetarisch beziehungsweise fleischlos steht. Der Satz 我吃素 (wǒ chī sù) bedeutet „Ich esse vegetarisch“. Zeig ihn im Zweifel einfach auf dem Handy. Gute Anlaufstellen sind außerdem buddhistische vegetarische Restaurants, die es in chinesischen Großstädten häufig in der Nähe von Tempeln gibt. Und bei Snacks wie Mochi, süßen Teigwaren oder Desserts musst du dir in der Regel weniger Sorgen machen.

Mehr zu unserer generellen Erfahrung damit findest du in unserem Artikel Kann man als Vegetarier eine Weltreise machen?

Tee kaufen in Guangzhou

Ein unterschätztes Mitbringsel: Tee. Guangzhou ist ein riesiger Handelsplatz für Tee, und in der Altstadt findest du zahlreiche Teeläden. Wir haben uns, wie oben erwähnt, mit verschiedenen Sorten eingedeckt. Wenn du keine Ahnung hast, was du kaufen sollst, frag nach einer Verkostung. In vielen Läden ist das üblich, und so findest du heraus, was dir schmeckt.

Nächtlicher Stadtverkehr auf einer mehrspurigen, von Bäumen gesäumten Straße.
Auf einem Schild über dem Eingang zu einer Gasse steht: Dienstleistungszentrum der Partei und der Bevölkerung der Gemeinde Zhanlu.

Praktische Tipps für Guangzhou

Fortbewegung: Zu Fuß, Leihrad und Metro

Wir sind in Guangzhou sehr viel zu Fuß gegangen. Gerade in der Altstadt rund um Shamian, Qingping und Yongqing Fang ist das die beste Art, die Stadt zu erleben. Für längere Strecken haben wir uns zusätzlich ein Leihrad genommen und sind einfach losgefahren. Die Räder stehen überall an den Straßen und werden per App beziehungsweise Mini-Programm in WeChat oder Alipay entsperrt. Das ist günstig, flexibel und macht Spaß, solange du dich an den teils chaotischen Verkehr gewöhnst.

Für größere Distanzen, etwa vom Hotel in Yuexiu nach Tianhe, ist die Metro die erste Wahl. Das Netz ist riesig, die Züge sind sauber und schnell, die Beschilderung ist zweisprachig. Tickets kosten je nach Strecke nur wenige Yuan, und du kannst mit dem QR-Code in Alipay oder WeChat direkt durch die Schranke gehen. Alternativ gibt es DiDi, das chinesische Pendant zu Uber.

Bezahlen: WeChat Pay und Alipay

Bargeld spielt in China kaum noch eine Rolle. Bezahlt wird per QR-Code, und das klappt inzwischen auch für Ausländer sehr gut. Mit WeChat Pay und Alipay kommst du super durch, du kannst beide Apps mit deiner ausländischen Kreditkarte verknüpfen. So haben wir es auch gemacht, und es hat in Guangzhou problemlos funktioniert: im Restaurant, im Teeladen, für das Leihrad und in der Metro. Richte beide Apps am besten schon vor der Abreise ein. Ein paar Yuan Bargeld für den Notfall schaden trotzdem nicht.

Internet in China: eSIM und VPN

Google, WhatsApp, Instagram und YouTube sind in China gesperrt. Für uns als Blogger und YouTuber ist das natürlich ein Thema. Unsere eSIM haben wir über Trip.com gekauft, die Einrichtung war unkompliziert. Zusätzlich haben wir natürlich VPN genutzt, und zwar zwei Dienste, mit denen wir auch beruflich arbeiten. Für den Browser nutzen wir Astrill, einen der bekanntesten Anbieter für China. Für Google und Co. nutzen wir ThruWire, einen Dienst, der speziell für China gedacht ist. Dort kosten 100 GB Datenvolumen 49 US-Dollar. Beide können wir dir empfehlen. Unser Tipp: Installier die VPNs unbedingt vor der Einreise, denn in China selbst kommst du an viele Anbieter nicht mehr heran. Zwei Dienste parallel zu haben, lohnt sich, falls einer zwischendurch zickt.

Mehr Hintergründe findest du in unseren Artikeln Macht ein VPN für Digital Nomaden Sinn? und Von China bis Kuba: Begegnungen mit Internetzensur auf Reisen.

Sprache: Englisch reicht nur bedingt

Mit Englisch kommst du in Guangzhou okay durch, aber nicht wirklich gut. Im Hotel und an touristischen Orten klappt die Verständigung meist, im Restaurant, auf dem Markt oder im Taxi wird es schnell schwierig. Eine Übersetzungs-App mit Kamera-Funktion ist daher Pflicht, und auch wenn sie nicht immer perfekt übersetzt, kommst du damit in den allermeisten Situationen weiter. Lokal wird in Guangzhou übrigens Kantonesisch gesprochen, Hochchinesisch versteht aber praktisch jeder.

Sicherheit

Guangzhou haben wir als sehr sicher erlebt. Alle Menschen, mit denen wir zu tun hatten, waren nett und hilfsbereit, und wir hatten zu keinem Zeitpunkt ein ungutes Gefühl. Das deckt sich mit unserer generellen Erfahrung in China. Was du beachten solltest und wie es mit Taschendiebstahl, Verkehr und Behörden aussieht, liest du in unserem Artikel Wie sicher ist China?

Beste Reisezeit für Guangzhou

Guangzhou hat ein subtropisches Klima. Die Sommer von Mai bis September sind heiß, extrem schwül und regenreich, dazu kommt die Taifunsaison. Die angenehmste Zeit ist von Oktober bis Dezember: Es ist trockener, die Temperaturen sind warm, aber erträglich, und die Luft ist oft klarer. Wir waren im Oktober da und können diese Zeit empfehlen. Meiden solltest du die Zeit um das chinesische Neujahr und die Goldene Woche Anfang Oktober, wenn halb China unterwegs ist. Außerdem steigen während der Kanton-Messe im Frühjahr und Herbst die Hotelpreise deutlich.

Was kostet Guangzhou?

Guangzhou ist für eine chinesische Metropole moderat. Die meisten Sehenswürdigkeiten aus diesem Artikel sind kostenlos, die Chen Clan Ancestral Hall kostet gerade einmal 10 Yuan. Der größte Posten neben dem Hotel ist der Canton Tower mit 150 bis 398 Yuan. Essen ist, gerade bei Dim Sum und Streetfood, günstig, und die Metro kostet nur ein paar Yuan pro Fahrt. Einen detaillierten Kostenüberblick für das ganze Land findest du in Wie teuer ist ein Urlaub in China?

Wie viele Tage für Guangzhou?

Für die neun Stopps in diesem Artikel reichen zwei volle Tage. Wenn du dazu noch ausgiebig essen gehen, die Stadt entspannt erleben oder den Jetlag auskurieren willst, sind drei bis vier Tage ideal. Wir waren eine Woche dort, und das war für uns genau richtig, weil wir eben nicht jeden Tag im Sightseeing-Modus unterwegs waren.

Weitere Ziele in China und der Region

Guangzhou lässt sich hervorragend mit anderen Zielen in Südchina kombinieren. Hongkong und Macau liegen nur wenige Stunden entfernt. Für Macau haben wir einen eigenen Artikel über Macau als Mischung aus Geschichte, Kultur und Glücksspiel. Wenn du weiter ins Landesinnere reist, schau dir unsere Berichte über Chengdu, die Megacity Chongqing oder Shanghai an.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wofür ist Guangzhou bekannt?

Guangzhou, früher Kanton genannt, ist bekannt als Hauptstadt der kantonesischen Küche, vor allem für Dim Sum. Die Stadt war über Jahrhunderte Chinas wichtigster Handelshafen mit Europa und ist heute Austragungsort der Kanton-Messe, einer der größten Handelsmessen der Welt. Wahrzeichen sind der 600 Meter hohe Canton Tower und die Fünf-Widder-Skulptur im Yuexiu Park.

Lohnt es sich, Guangzhou zu besuchen?

Ja. Guangzhou bietet eine seltene Mischung aus europäischer Kolonialarchitektur auf Shamian Island, traditionellen Altstadtgassen in Yongqing Fang, klassischen Bauwerken wie der Chen Clan Ancestral Hall und einer modernen Skyline am Perlfluss. Dazu kommt eine der besten Esskulturen Chinas. Für uns hat sich der Besuch definitiv gelohnt.

Wann ist die beste Reisezeit für Guangzhou?

Die beste Reisezeit ist von Oktober bis Dezember. Dann ist es trockener und angenehm warm, die Luft ist klarer. Die Sommermonate sind sehr heiß, schwül und regenreich. Meiden solltest du die Goldene Woche Anfang Oktober, das chinesische Neujahr und die Zeiträume der Kanton-Messe, wenn Hotels teuer werden.

Ist Guangzhou teuer?

Nein, Guangzhou ist für eine Metropole moderat. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind kostenlos, die Chen Clan Ancestral Hall kostet 10 Yuan (ca. 1,30 Euro), der Canton Tower ab 150 Yuan (ca. 20 Euro). Wir haben für ein sehr gutes Hilton-Hotel rund 100 Euro pro Nacht bezahlt, einfache Unterkünfte gibt es deutlich günstiger.

Ist Guangzhou sicher?

Ja, wir haben Guangzhou als sehr sicher erlebt. Die Menschen waren durchweg freundlich, und auch abends in belebten Straßen wie der Beijing Road hatten wir kein ungutes Gefühl. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen Taschendiebstahl in Menschenmengen solltest du trotzdem beachten.

Brauche ich ein Visum für Guangzhou?

Deutsche Staatsbürger können aktuell bis zu 30 Tage visumfrei nach China einreisen. Die Regelung gilt nach aktuellem Stand bis zum 31. Dezember 2026. Für längere Aufenthalte oder wenn die Regelung nicht verlängert wird, brauchst du ein reguläres Visum. Prüf die Bestimmungen kurz vor der Reise.

Kann man in Guangzhou mit Kreditkarte bezahlen?

Direkt mit der Kreditkarte nur selten. Bezahlt wird in China fast ausschließlich per QR-Code über WeChat Pay oder Alipay. Beide Apps lassen sich aber mit einer ausländischen Kreditkarte verknüpfen, und das hat bei uns problemlos funktioniert. Richte sie am besten schon vor der Reise ein.

Unser Fazit: Lohnt sich Guangzhou?

Definitiv. Guangzhou hat uns positiv überrascht, gerade weil die Stadt bei vielen Reisenden unter dem Radar läuft. Innerhalb von zwei Tagen bekommst du hier eine enorme Bandbreite: koloniale Alleen unter alten Bäumen auf Shamian, einen Kräutermarkt, auf dem du kaum etwas identifizieren kannst, renovierte Altstadtgassen mit Bruce-Lee-Geschichte, eine laute Einkaufsmeile mit tausend Jahren Straßengeschichte unter Glas, einen Tempel, der nachts erst richtig aufdreht, und einen Park, in dem du morgens mit den Einheimischen joggen kannst. Dazu kommt das Essen, und das allein ist schon ein Grund für die Reise.

Was weniger gut ist: Die Sprachbarriere ist real, Englisch hilft nur begrenzt, und als Vegetarier brauchst du Geduld und eine gute Übersetzungs-App. Ohne VPN und eingerichtete Bezahl-Apps wird der Aufenthalt unnötig kompliziert. Das alles lässt sich aber mit etwas Vorbereitung gut lösen.

Für wen lohnt sich Guangzhou? Für alle, die China jenseits von Peking und Shanghai kennenlernen wollen, für Foodies, für Architekturinteressierte und für jeden, der ohnehin in Hongkong oder Südchina unterwegs ist. Plane mindestens zwei volle Tage ein, besser drei bis vier. Wer nur einen schnellen Stopover macht, sollte sich auf die Altstadt und den Abend am Perlfluss konzentrieren. Für uns ist Guangzhou ein super schöner Ort, und wir würden jederzeit wiederkommen.

NomadenStory bei Google folgen

Du liest unsere Reiseberichte regelmäßig? Füge NomadenStory bei Google als bevorzugte Quelle hinzu und verpasse keine neuen Beiträge.

Als bevorzugte Quelle hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Nach oben scrollen