Armenien wird gerne als günstiges Reiseziel verkauft. Kaukasus, postsowjetisch, Durchschnittsgehalt unter 600 Euro, da denkt man automatisch an Schnäppchenpreise. Nach zwei Wochen im Land können wir dir sagen: Das stimmt nur zur Hälfte.
Wir waren im August 2026 in Armenien, mit einer Wohnung in Jerewan als Basis und einem viertägigen Roadtrip durch den Süden. Wir sind keine Pauschalurlauber, sondern Digitale Nomaden, das heißt wir arbeiten unterwegs und bleiben deshalb länger an einem Ort. Genau deshalb sehen unsere Kosten anders aus als bei einer Woche Rundreise mit Reiseleiter.
In diesem Artikel bekommst du die echten Zahlen: was wir für Unterkunft, Mietwagen, Sprit, Essen, Taxis und Eintritte bezahlt haben, dazu die Preise, die du unabhängig von unserem Reisestil einplanen musst. Und die wichtigste Erkenntnis vorweg: Bei Armenien Urlaub Kosten trügt der erste Eindruck. Die Unterkünfte und das Essen sind für die Region teuer, alles was mit Sehenswürdigkeiten zu tun hat, ist dagegen fast geschenkt.
Armenien auf einen Blick
| Fakt | Wert |
|---|---|
| Einwohner | ca. 3,06 Millionen (Schätzung 2026) |
| Fläche | 29.743 Quadratkilometer, etwa so groß wie Belgien |
| Hauptstadt | Jerewan, ca. 1,1 Millionen Einwohner |
| Höhe | Landesdurchschnitt ca. 1.800 Meter, tiefster Punkt 375 Meter |
| Währung | Armenischer Dram (AMD) |
| Wechselkurs August 2026 | 1 Euro entspricht ca. 420 Dram |
| Durchschnittsgehalt brutto | ca. 303.000 Dram im Monat (rund 720 Euro) |
| Durchschnittsgehalt netto | ca. 233.000 Dram im Monat (rund 555 Euro) |
| Einreise für Deutsche, Österreicher, Schweizer | visumfrei bis 180 Tage pro Jahr, Reisepass nötig |
| Benzinpreis (95 Oktan) | ca. 550 Dram pro Liter (rund 1,30 Euro) |
| Beste Reisezeit | Mai bis Oktober, Hochsommer im Tiefland sehr heiß |
| Zeitzone | MESZ plus 2 Stunden im Sommer |
Der Dram ist eine relativ stabile Währung, große Kursschwankungen musst du nicht einkalkulieren. Praktisch relevanter ist etwas anderes: Du brauchst in Armenien kaum Bargeld. Kartenzahlung funktioniert in Jerewan praktisch überall, in Supermärkten, Restaurants, Cafés und selbst in kleinen Läden. Nur auf Märkten und an einzelnen Ständen auf dem Land zahlst du bar. Große Abhebungen kannst du dir sparen, ein paar Scheine reichen.
Anreise: Was der Weg nach Armenien kostet
Flug nach Jerewan
Der internationale Flughafen Swartnoz (EVN) liegt rund 12 Kilometer westlich von Jerewan und ist für praktisch alle Reisenden der Einstiegspunkt. Direktflüge ab Deutschland gibt es unter anderem mit Lufthansa und Condor ab Frankfurt, dazu bedienen Wizz Air, Pegasus und easyJet die Strecke mit Umstieg. Die reine Flugzeit ab Frankfurt liegt bei etwa vier Stunden.
Preislich musst du für Hin- und Rückflug realistisch 250 bis 450 Euro einplanen. Nach unten geht es mit Umstieg über Istanbul oder Budapest und flexiblen Daten auch mal auf 150 bis 200 Euro, Lufthansa-Direktflüge in der Hauptsaison liegen dagegen deutlich über 400 Euro. Wer im Juli und August fliegen will, sollte früh buchen, das ist gleichzeitig Ferienzeit und Hochsaison für Diaspora-Besuche.
Über Land aus Georgien
Wir sind nicht geflogen, sondern aus Georgien gekommen. Der Bus von Tiflis nach Jerewan hat pro Person rund 27 Euro gekostet, inklusive Gepäck. Die Fahrzeit liegt bei sechs bis acht Stunden, je nachdem wie lange die Grenzabfertigung dauert.
Ehrlich gesagt war das eine Scheißfahrt. Kein Komfort, keine Beinfreiheit, und der Busfahrer ist gefahren wie eine gesenkte Sau. Wenn du die Kombination Georgien plus Armenien planst, ist der Bus trotzdem die mit Abstand günstigste Verbindung. Alternativ gibt es Sammeltaxis und private Transfers, die kosten dann aber ein Vielfaches. Wie sich Georgien preislich schlägt, haben wir in unserem Artikel zu den Kosten für einen Urlaub in Georgien aufgeschrieben, und wer die Route andersherum plant, findet unsere Erfahrungen in Tiflis Sehenswürdigkeiten.
Der Grenzübertritt selbst kostet nichts. Für Deutsche, Österreicher und Schweizer ist Armenien visumfrei, bis zu 180 Tage pro Jahr. Du brauchst einen Reisepass, ein Personalausweis reicht nicht.
Unterkunft in Armenien: Der größte Posten
Hier kommt der Punkt, an dem die meisten Kostenrechnungen für Armenien auseinanderfallen. Unterkünfte sind nicht billig, jedenfalls nicht in dem Maß, wie es das Lohnniveau vermuten lässt.
Wir hatten in Jerewan eine Wohnung über Airbnb, zentral gelegen in der Nähe des Nationaltheaters. Preis: 900 Euro für 14 Nächte, also rund 64 Euro pro Nacht. Das war für uns die richtige Entscheidung, weil wir arbeiten mussten und eine Küche und einen ordentlichen Schreibtisch brauchten. Für zwei Wochen Stadtaufenthalt mit Homeoffice ist das ein fairer Kurs. Für einen Kurzurlaub ist es dagegen viel Geld.
Auf dem Roadtrip durch den Süden haben wir in Hotels übernachtet. In Goris waren es 90 Euro für die Nacht in einem Boutique-Hotel, eine weitere Etappe lag bei 75 Euro. Das sind keine Luxusunterkünfte, sondern solide Mittelklasse, teilweise mit Frühstück. Wer günstiger schlafen will, findet in Gästehäusern und einfachen Zimmern deutlich niedrigere Preise, muss dann aber Abstriche machen.
Grob als Orientierung:
| Kategorie | Preis pro Nacht |
|---|---|
| Hostel-Bett oder einfaches Gästehaus | 12 bis 25 Euro |
| Solides Doppelzimmer, Mittelklasse | 40 bis 70 Euro |
| Boutique-Hotel oder gutes Stadthotel | 75 bis 110 Euro |
| Apartment für längere Aufenthalte | ab ca. 55 Euro pro Nacht bei Monatsmiete |
Wenn du länger bleibst, verhandle über die Monatsrate. Der Unterschied zwischen einer Buchung für sieben Nächte und einer für 28 Nächte ist in Jerewan erheblich, oft 30 bis 40 Prozent auf den Nachtpreis. Das gilt besonders für Wohnungen, die auch an Digitale Nomaden und Remote-Arbeitende vermietet werden. Davon gibt es in Jerewan viele, seit 2022 hat sich die Stadt zu einem der größeren Remote-Work-Hubs der Region entwickelt, was die Preise im mittleren Segment spürbar nach oben gedrückt hat.
Mietwagen und Transport: Wo Armenien richtig gut abschneidet
Der beste Teil unserer Kostenrechnung. Wir haben für den Roadtrip durch Südarmenien einen Wagen bei Europcar gebucht: 238 Euro für vier Tage, also rund 60 Euro am Tag. Die Kaution lag bei 400 Euro und wurde auf der Kreditkarte geblockt, nicht abgebucht. Maut, Parkgebühren oder sonstige versteckte Kosten sind bei uns nicht angefallen. Parken war überall kostenlos, auch an den großen Sehenswürdigkeiten.
Der Sprit kostet ungefähr so viel wie in Deutschland. Benzin mit 95 Oktan liegt bei rund 550 Dram pro Liter, das sind etwa 1,30 Euro. Diesel ist mit rund 590 Dram (etwa 1,40 Euro) leicht teurer. Für vier Tage Südarmenien mit einigen hundert Kilometern solltest du also 60 bis 100 Euro Sprit einkalkulieren, je nach Fahrzeug und Strecke.
Ein Hinweis zum Zustand der Straßen: Die Hauptachsen sind in Ordnung, aber sobald du abbiegst, wird es abenteuerlich. Loch neben Loch, und das teilweise über Kilometer. Rechne mit deutlich längeren Fahrzeiten als Google Maps anzeigt, und nimm kein Auto mit zu wenig Bodenfreiheit.
Trotzdem: Der Mietwagen ist unsere klare Empfehlung. Das Interessanteste an Armenien liegt außerhalb von Jerewan, und mit organisierten Tagestouren siehst du den Süden nur im Schnelldurchlauf. Unsere Etappen haben wir im Detail beschrieben, einmal für Noravank, Zorats Karer und Goris und einmal für Wings of Tatev und Kloster Tatev.
Taxi in Jerewan
In der Stadt selbst brauchst du kein Auto. Yandex Go funktioniert in Jerewan zuverlässig und ist richtig billig. Für 3 bis 4 Euro kommst du quer durch die Stadt. Bei den Distanzen im Zentrum lohnt sich Laufen ohnehin oft mehr, aber wenn es heiß ist, und im August wird es mit 30 bis 35 Grad sehr heiß, nimmst du für den Preis einfach das Taxi.
Rechne bei zwei Wochen Stadtaufenthalt mit 30 bis 50 Euro für Taxifahrten insgesamt. Das ist ein Posten, über den du dir in Armenien schlicht keine Gedanken machen musst.
Essen und Trinken: Teurer als erwartet
Hier kommt die unangenehme Überraschung. Armenien ist beim Essen nicht günstig, besonders in Jerewan nicht. Ein Hauptgericht im Restaurant liegt je nach Lokal bei 4.000 bis 8.000 Dram, also etwa 9,50 bis 19 Euro. Für ein Land mit einem Nettodurchschnittsgehalt von rund 555 Euro zahlst du als Tourist ordentlich drauf.
Am teuersten wird es rund um die Nordallee und den Platz der Republik. Wenn du ein paar Straßen weiter gehst, sinkt der Preis erheblich, und geschmacklich gewinnst du meistens auch. Das ist die einfachste und wirksamste Sparmaßnahme in Jerewan.
Das Essen selbst war gut. Frisches Brot, ordentliches Gemüse, viel Käse. Für Martina als Vegetarierin war die Lage entspannt, denn die armenische Küche funktioniert auch ohne Fleisch: Dolma mit Gemüsefüllung, gegrilltes Gemüse, Auberginenrollen, Lavash mit Käse und Kräutern, Linsen- und Bohnengerichte. Wer Khorovats will, den armenischen Grillspieß, bekommt ihn an jeder Ecke.
Unser ehrlicher Favorit war trotzdem kein Restaurant, sondern der SAS Supermarkt. Klingt unspektakulär, ist aber die beste Kostenbremse im Land. Wir haben dort alle zwei Tage für rund 30 Euro eingekauft: Getränke, Snacks, fertige Beilagen, Salate, frisches Brot. Auf den Tag gerechnet sind das etwa 15 Euro für zwei Personen. Verglichen mit zwei Hauptgerichten plus Getränken im Restaurant, wo du schnell bei 30 bis 45 Euro landest, ist der Unterschied brutal.
Unsere Empfehlung, wenn du länger bleibst: Nimm eine Unterkunft mit Küche. Der Aufpreis gegenüber einem Hotelzimmer holt sich nach wenigen Tagen selbst wieder rein.
| Posten | Preis in Dram | Preis in Euro |
|---|---|---|
| Hauptgericht im Restaurant | 4.000 bis 8.000 | ca. 9,50 bis 19 |
| Kaffee im Café | 700 bis 1.500 | ca. 1,70 bis 3,60 |
| Wasser, 1,5 Liter, Supermarkt | 200 bis 300 | ca. 0,50 bis 0,70 |
| Einkauf für zwei Personen, zwei Tage | ca. 12.600 | ca. 30 |
| Einfaches Essen in einer lokalen Kantine | 1.500 bis 3.000 | ca. 3,50 bis 7 |
Eintritte und Sehenswürdigkeiten: Fast kostenlos
Und jetzt der Teil, der Armenien wieder gutmacht. Wir haben auf dem gesamten Roadtrip fast keine Eintritte bezahlt, weil es an den meisten Orten schlicht keine gibt.
Chor Virap mit dem Ararat im Rücken: kostenlos. Unser Besuch am Fuß des Ararat hat uns außer Sprit nichts gekostet. Kloster Noravank: kostenlos. Zorats Karer, das armenische Stonehenge: kostenlos. Kloster Tatev selbst: kostenlos, inklusive Parkplatz an der Talstation. Hayravank am Sewansee: kostenlos.
Bezahlt haben wir genau zwei Dinge:
Die Wings of Tatev, die längste Pendelseilbahn der Welt, kosten 9.000 Dram für Hin- und Rückfahrt, also rund 21 Euro pro Person. Das war das teuerste Einzelticket unserer gesamten Armenienreise, und es war das Geld wert. Die einfache Fahrt liegt bei 6.500 Dram (etwa 15 Euro), lohnt sich aber nur, wenn du den Rückweg über die Serpentinenstraße fahren willst.
Die Magil Höhle in Vayots Dzor kostet 1.500 Dram, also rund 3,50 Euro pro Person, inklusive Helm und Haarnetz.
Das ist die ganze Rechnung. In den meisten Reiseländern gibt allein der Eintritt für zwei oder drei große Sehenswürdigkeiten mehr her als hier die gesamte Woche. Wenn dein Reisestil eher aus Landschaft, Klöstern und Fahren besteht als aus Museen und Bars, ist Armenien für dich günstig.
Internet, SIM-Karte und Nebenkosten
Wir hatten eine eSIM von Roamic mit 10 Gigabyte für rund 8 Euro. Für zwei Wochen Stadt plus Roadtrip war das ausreichend. Das Netz in Jerewan war durchgehend gut, auf dem Land dünner, aber selbst im Süden hatten wir meistens Empfang. Wenn du deutlich mehr Datenvolumen brauchst, weil du wie wir unterwegs arbeitest, bekommst du lokale SIM-Karten von Team, Ucom oder Viva mit größeren Paketen ebenfalls im niedrigen zweistelligen Eurobereich.
Was du sonst noch einplanen solltest: eine Reisekrankenversicherung, die für Armenien gilt. Das kostet je nach Anbieter und Reisedauer zwischen 15 und 60 Euro für zwei Wochen. Wer länger unterwegs ist, sollte sich unsere Übersicht zur Krankenversicherung bei Langzeitaufenthalten im Ausland anschauen.
Trinkgeld ist in Armenien nicht verpflichtend, in besseren Restaurants sind fünf bis zehn Prozent üblich, teilweise ist ein Service Charge bereits auf der Rechnung.
Was kostet ein Urlaub in Armenien wirklich? Drei Budgetstufen
Auf Basis unserer Ausgaben und der Preise, die wir vor Ort gesehen haben, lassen sich drei realistische Tagesbudgets pro Person ableiten. Flüge sind dabei nicht eingerechnet, weil sie zu stark schwanken.
Backpacker: 35 bis 50 Euro pro Tag
Hostel oder einfaches Gästehaus, Selbstversorgung mit gelegentlichem Essen in lokalen Kantinen, Marschrutkas und Sammeltaxis statt Mietwagen, keine oder wenige kostenpflichtige Aktivitäten. In diesem Budget kommst du gut durch, verlierst aber viel Zeit an den öffentlichen Verkehr und siehst den Süden entweder gar nicht oder nur mit Gruppentouren.
Mittelklasse: 70 bis 110 Euro pro Tag
Solides Doppelzimmer oder Apartment, eine warme Mahlzeit im Restaurant pro Tag, Taxi statt Bus in der Stadt, ein paar Tage Mietwagen für die Ausflüge. Das ist die Stufe, auf der Armenien am meisten Spaß macht, weil du beweglich bist. Zu zweit teilen sich Auto und Zimmer, was diese Variante pro Kopf günstiger macht als sie aussieht.
Komfort: ab 150 Euro pro Tag
Boutique-Hotels wie unser Zimmer in Goris für 90 Euro, durchgehend Restaurantbesuche, dauerhaft ein Mietwagen, keine Kompromisse bei der Lage. Nach oben ist Luft, aber ein echtes Luxussegment mit entsprechenden Preisen gibt es außerhalb von Jerewan kaum.
Unser Fall: die Digital-Nomaden-Rechnung
Wir passen in keine dieser Schubladen sauber rein, und das ist genau der Punkt. Wir zahlen 900 Euro für 14 Nächte Wohnung, weil wir einen Arbeitsplatz brauchen und nicht nach drei Tagen weiterziehen. Dafür geben wir fast nichts für Restaurants aus, weil wir mittags eh am Rechner sitzen und abends aus dem Supermarkt kochen. Und wir zahlen einmal 238 Euro für vier Tage Mietwagen, statt jeden Tag eine Tour zu buchen.
Unter dem Strich liegen wir damit pro Person ungefähr im oberen Mittelklassebereich, aber mit einer völlig anderen Verteilung: viel Unterkunft, wenig Aktivitäten, wenig Restaurant. Wenn du auch remote arbeitest, ist das die realistischere Rechnung für dich als jedes Urlaubsbudget.
Ist Armenien teurer als Georgien, Kasachstan und Kirgistan?
Wir haben die Region in den letzten Monaten weitgehend abgeklappert, deshalb hier der direkte Vergleich aus eigener Erfahrung.
Georgien ist beim Essen deutlich günstiger. Ein Abendessen in Tiflis kostet dich spürbar weniger als in Jerewan, und die Auswahl an bezahlbaren Restaurants ist größer. Unterkünfte liegen ähnlich, wobei Tiflis mehr günstige Optionen im Mittelfeld hat.
Kasachstan und Kirgistan liegen bei Unterkünften und Transport unter Armenien, dafür sind die Distanzen dort deutlich größer, was die Transportkosten wieder hochtreibt. Wer die Details will, findet unsere Rechnungen für Kasachstan und Kirgistan in eigenen Artikeln.
Armenien punktet dagegen mit den kurzen Wegen. Das ganze Land passt in einen Radius, den du in wenigen Stunden abfährst. Du brauchst keine Inlandsflüge, keine Nachtzüge, keine langen Etappen. Das spart Geld und vor allem Zeit.
Wann ist Armenien am günstigsten?
Die Hauptsaison läuft von Juni bis September, mit Preisspitze im Juli und August. In dieser Zeit kommen nicht nur Touristen, sondern auch sehr viele Besucher aus der armenischen Diaspora, was die Unterkunftspreise zusätzlich nach oben treibt.
Deutlich günstiger wird es im Mai, Anfang Juni und im Oktober. Das Wetter ist dann angenehmer als im Hochsommer, in dem es im Ararat-Tal und in Jerewan regelmäßig über 35 Grad hat. Wir waren im August dort und haben die Nachmittage weitgehend im Schatten verbracht, das ist keine Reisezeit für Stadtbesichtigungen.
Im Winter fallen die Preise noch weiter, dafür sind Bergpässe im Süden teilweise gesperrt und viele kleinere Unterkünfte auf dem Land geschlossen. Wenn du nicht zum Skifahren nach Zaghkadzor willst, ist das keine sinnvolle Reisezeit.
Häufig gestellte Fragen zu den Kosten in Armenien
Ist Armenien ein günstiges Reiseland?
Teilweise. Eintritte, Taxis und Sprit sind billig, Sehenswürdigkeiten kosten meistens gar nichts. Unterkünfte und Restaurants sind dagegen für die Region teuer, in Jerewan zahlst du für ein Hauptgericht 4.000 bis 8.000 Dram (rund 9,50 bis 19 Euro). Insgesamt ist Armenien günstiger als Westeuropa, aber kein Billigreiseland.
Wie viel Geld brauche ich pro Tag in Armenien?
Als Backpacker kommst du mit 35 bis 50 Euro pro Tag hin. Mit einem mittleren Anspruch, also ordentlichem Zimmer, einer warmen Mahlzeit im Restaurant und Mietwagen für ein paar Tage, liegst du bei 70 bis 110 Euro. Flüge sind darin nicht enthalten.
Was kostet ein Mietwagen in Armenien?
Wir haben bei Europcar 238 Euro für vier Tage gezahlt, also rund 60 Euro pro Tag, plus 400 Euro Kaution als Kreditkartenblockade. Benzin kostet etwa 550 Dram pro Liter (rund 1,30 Euro). Maut gibt es nicht, Parken war überall kostenlos.
Brauche ich in Armenien Bargeld?
Kaum. Kartenzahlung funktioniert in Jerewan fast überall, auch in kleinen Läden und Supermärkten. Ein paar Dram für Märkte, kleine Stände und ländliche Gegenden schaden nicht, große Abhebungen brauchst du nicht.
Was kostet der Flug nach Armenien?
Für Hin- und Rückflug ab Deutschland solltest du 250 bis 450 Euro einplanen. Mit Umstieg und flexiblen Daten geht es auch günstiger, Direktflüge mit Lufthansa oder Condor in der Hochsaison liegen darüber. Die reine Flugzeit ab Frankfurt beträgt rund vier Stunden.
Brauche ich ein Visum für Armenien?
Nein. Deutsche, Österreicher und Schweizer reisen visumfrei ein und dürfen sich bis zu 180 Tage pro Jahr im Land aufhalten. Du brauchst einen gültigen Reisepass, ein Personalausweis reicht nicht aus.
Was kostet der Bus von Tiflis nach Jerewan?
Rund 27 Euro pro Person inklusive Gepäck. Die Fahrt dauert sechs bis acht Stunden je nach Grenzabfertigung und ist alles andere als komfortabel. Günstiger kommst du nicht von Georgien nach Armenien.
Lohnt sich Armenien für Digitale Nomaden?
Vom Preis her ja, wenn du auf Monatsraten setzt. Das Internet in Jerewan ist gut, es gibt eine wachsende Remote-Work-Szene und die Lebenshaltungskosten liegen unter Westeuropa. Rechne mit rund 55 bis 70 Euro pro Nacht für ein Apartment bei längerer Buchung, plus etwa 15 Euro pro Tag für Lebensmittel zu zweit.
Unser Fazit: Wo Armenien günstig ist und wo nicht
Armenien ist kein Schnäppchenland, aber es ist ein Land mit einer sehr eigenwilligen Kostenverteilung. Alles, was du siehst, ist praktisch umsonst. Alles, was du isst und wo du schläfst, kostet mehr, als du nach dem Blick auf die Gehaltsstatistik erwarten würdest.
Das führt zu einer klaren Empfehlung: Spar bei der Unterkunft und beim Essen, nicht bei der Mobilität. Nimm eine Wohnung mit Küche statt eines Hotelzimmers, kauf im SAS Supermarkt ein statt zweimal täglich essen zu gehen, geh in Jerewan ein paar Straßen weg vom Zentrum. Und leg das gesparte Geld in einen Mietwagen. Die 60 Euro am Tag sind der beste Euro, den du in Armenien ausgibst, weil sie dir den Süden des Landes öffnen, und der Süden ist das Beste, was Armenien zu bieten hat.
Was uns nicht überzeugt hat: das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Gastronomie. Gut gegessen haben wir, aus den Schuhen gehauen hat es uns für das Geld nicht. Und der Bus aus Tiflis bleibt eine Zumutung, egal wie günstig er ist.
Was uns überzeugt hat: dass du hier für wenig Geld sehr viel Landschaft und Geschichte bekommst. Klöster in Schluchten, Steinkreise aus der Bronzezeit, Bergpässe auf über 2.400 Metern, und an keinem dieser Orte steht jemand mit einer Kasse. Wenn du wissen willst, wie das konkret aussieht, lies unsere Berichte zu Jerewan und zum Roadtrip durch den Süden.
Unterm Strich: Plane für zwei Wochen Armenien zu zweit ohne Flug mit etwa 1.800 bis 2.500 Euro, wenn du Mittelklasse reist und ein paar Tage ein Auto hast. Nach oben ist Luft, nach unten geht es mit Gästehaus und Selbstversorgung auf gut die Hälfte.
Allgemeine Länderinformationen in Armenien
100 Euro haben in Armenien ungefähr die Kaufkraft von 205 Euro in Deutschland.
Makrodaten (automatisch)
- BIP pro Kopf
- 9.474 US-Dollar
- BIP pro Kopf, kaufkraftbereinigt
- 24.754 US-Dollar
- Einwohner
- 3,09 Mio.
- Wechselkurs
- 1 Euro = 422,81 AMD
Transport
- Verkehrsseite
- rechts
Praxis
- Sicher verwaltetes Trinkwasser
- 82 %
- Telefonvorwahl
- +374
- Steckdosentyp
- Typ C, F






