An einem sonnigen Tag spazieren Menschen in der Nähe des Cascade Complex, einer großen Treppe mit Springbrunnen und Grünanlagen.

Jerewan Sehenswürdigkeiten: 14 Tage waren zu viel, das reicht wirklich

Wir haben 14 Tage in Jerewan verbracht und können dir danach ziemlich genau sagen, wie lange du für die armenische Hauptstadt wirklich brauchst: zwei bis drei Tage. Dann hast du die Stadt gesehen. Das ist kein Verriss. Jerewan ist eine ordentliche Stadt mit ein paar richtig schönen Ecken, aber sie ist kompakt, schnell abgelaufen und stellenweise ziemlich abgefuckt. Wenn du unsere Berichte länger liest, weißt du, dass wir in den vergangenen Jahren einige Hauptstädte dieser Region abgeklappert haben. Almaty und Bischkek haben uns als Städte deutlich mehr überzeugt.

Warum wir trotzdem zwei Wochen geblieben sind, welche Jerewan Sehenswürdigkeiten sich lohnen, welche du dir sparen kannst und was wir bewusst ausgelassen haben, steht in diesem Artikel.

Auf einem Hügel steht ein großes Backsteingebäude, vor dem Bäume stehen und im dunstigen Hintergrund ein Berg zu sehen ist.
Eine weiß-graue Katze läuft auf einem staubigen Weg, im Hintergrund sind Gebäude zu sehen.
In einer rustikalen Werkstatt im Freien meißelt eine Person filigrane Muster in große, rötliche Steinplatten.

Jerewan auf einen Blick

FaktWert
Einwohner1.098.900 (Stand 2023)
Fläche227 Quadratkilometer
Höhe über dem Meer989 Meter
Gegründetca. 782 v. Chr. als Festung Erebuni
StatusHauptstadt Armeniens und eigene Provinz
WährungArmenischer Dram (AMD)
SpracheArmenisch, Russisch weit verbreitet, Englisch bei jungen Leuten
SpitznamePink City, wegen des rosafarbenen Tuffsteins
BesonderheitBlick auf den Ararat, der heute in der Türkei liegt
WirtschaftHandel, IT, Tourismus, Brandy-Produktion

Jerewan ist älter als Rom. Die Festung Erebuni wurde 782 vor Christus unter König Argischti I. gegründet, was die Stadt zu einer der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt macht. Vom Alter siehst du im Stadtbild allerdings so gut wie nichts. Das heutige Zentrum entstand ab den 1920er Jahren nach den Plänen des Architekten Alexander Tamanjan, radial angelegt, mit einem Ring aus Grünflächen und viel rosafarbenem Tuffstein. Deshalb wirkt Jerewan im Kern wie eine sowjetisch geplante Stadt mit armenischem Anstrich und nicht wie eine antike Metropole. Wer nach 2.800 Jahren Geschichte sucht, muss ins Museum oder raus aufs Land.

Anreise: Mit dem Bus von Tiflis nach Jerewan

Wir sind aus Georgien gekommen und mit dem Bus von Tiflis nach Jerewan gefahren. Vorweg: Das war eine Scheißfahrt. Sechs bis acht Stunden, je nachdem wie zäh es an der Grenze läuft. Komfort gibt es keinen, Beinfreiheit auch nicht, und die Grenzabfertigung zieht sich, weil alle aussteigen, anstehen und wieder einsteigen müssen. Wenn dir Zeit wichtiger ist als Geld, nimm ein geteiltes Taxi oder flieg.

Wer fliegt, landet am Flughafen Zvartnots, rund 12 Kilometer westlich der Stadt. Von dort kommst du per Taxi oder Fahrdienst in gut 20 Minuten ins Zentrum.

Wie es sich in der Nachbarschaft reist, haben wir hier aufgeschrieben: Tiflis Sehenswürdigkeiten mit allen Preisen

Unterkunft: Warum wir 14 Tage geblieben sind

Wir hatten ein Airbnb direkt beim Nationaltheater, also mitten in Kentron, dem Zentrum von Jerewan. 900 Euro für 14 Tage zu zweit, also rund 64 Euro pro Nacht. Für armenische Verhältnisse ist das kein Schnäppchen, im Vergleich zu Westeuropa aber in Ordnung, gerade für diese Lage.

Und die Lage war der eigentliche Gewinn. Von dort läufst du in wenigen Minuten zum Platz der Republik, zur Kaskade und in die Nordallee. Praktisch alles, was du in Jerewan sehen willst, liegt in einem Radius, den du zu Fuß abdeckst. Das Internet war schnell und stabil, was für uns entscheidend ist.

Damit sind wir beim eigentlichen Grund für die zwei Wochen: Wir müssen unterwegs arbeiten. Eine günstige, zentrale Wohnung mit gutem Netz ist für uns mehr wert als ein Hotel mit Frühstück. Dazu kam ein viertägiger Roadtrip mit dem Mietwagen durch Armenien, für den Jerewan der logische Start und Endpunkt war. Wer nur die Stadt sehen will, braucht diese Zeit nicht. Wer wie wir arbeitet oder das Land bereisen will, findet hier eine gute Basis.

Jerewan Sehenswürdigkeiten: Was wir gesehen haben

Platz der Republik

Der Platz der Republik ist das Herz der Stadt und der Ort, an dem Tamanjans Plan am besten aufgeht. Ovaler Grundriss, ringsum Regierungsgebäude und das Historische Museum aus rosafarbenem Tuffstein, in der Mitte ein großer Brunnen. Abends laufen die singenden Fontänen zur Musik, und dann sitzt halb Jerewan auf den Stufen und schaut zu.

Tagsüber ist der Platz ehrlich gesagt unspektakulär. Er ist groß, leer, und im August brennt die Sonne ungebremst darauf. Geh abends hin, dann funktioniert er. Kosten entstehen keine, du gehst einfach hin.

Kaskade und Cafesjian Center

Die Kaskade war unser persönliches Highlight in Jerewan. Eine riesige Treppenanlage mit 572 Stufen, die sich vom Zentrum den Hang hinaufzieht, mit Terrassen, Brunnen und moderner Kunst auf jeder Ebene. Im Inneren führen Rolltreppen nach oben, du musst also bei 35 Grad nicht laufen, wenn du keine Lust hast.

Eine Frau mit langen braunen Haaren in einem schwarzen Kleid fährt eine Rolltreppe hinauf, schaut nach oben und lächelt.
Ein schneebedeckter Berg in der Ferne unter bewölktem Himmel, gesehen von einer Betonterrasse mit einer niedrigen Mauer.

Oben hast du den Blick über die ganze Stadt, und bei klarer Sicht steht der Ararat im Hintergrund. Im Hochsommer ist die Luft allerdings oft diesig, du brauchst also etwas Glück. Am Fuß der Anlage liegt der Skulpturengarten des Cafesjian Center for the Arts mit Arbeiten bekannter Bildhauer, darunter die dicke schwarze Katze von Fernando Botero, an der jeder Besucher irgendwann steht.

Unser Tipp: früh morgens oder zum Sonnenuntergang hoch. Mittags ist die Anlage ein Backofen ohne Schatten, und die weißen Stufen spiegeln die Sonne zusätzlich.

Menschen spazieren in der Nähe einer prächtigen, terrassenförmigen Steintreppe mit Gärten unter einem blauen Himmel mit Wolken.
Menschen, die auf einer Treppe spazieren gehen, von der aus man einen Blick auf eine Stadtlandschaft mit Grünflächen, Gebäuden und fernen Bergen hat.

Mutter Armenien und Siegespark

Oberhalb der Kaskade liegt der Siegespark mit der Statue Mutter Armenien. Die 22 Meter hohe Frauenfigur mit Schwert steht seit 1967 auf einem 51 Meter hohen Sockel. Auf genau diesem Sockel stand vorher Stalin, was ziemlich viel über die Geschichte des Landes erzählt. Rund um die Statue ist sowjetisches Militärgerät aufgestellt, Panzer, Flugabwehr, Raketen.

Der Park selbst ist ein normaler Stadtpark mit ein paar in die Jahre gekommenen Fahrgeschäften. Lohnt sich, wenn du sowieso oben auf der Kaskade bist, denn dann sind es nur noch ein paar Minuten zu Fuß. Als eigenständiges Ziel würden wir nicht extra hochfahren.

Blaue Moschee

Die Blaue Moschee stammt aus dem Jahr 1766, also aus persischer Zeit, und ist die einzige aktive Moschee der Stadt. Hinter der Straßenfassade liegt ein ruhiger Innenhof mit Garten, blauen Kacheln und deutlich weniger Trubel als draußen. Genau dieser Kontrast zur lauten Mesrop-Maschtoz-Allee ist der eigentliche Reiz.

Wir haben uns die Anlage angeschaut, es ist ein netter Zwischenstopp von 15 bis 20 Minuten. Kein Grund für einen Umweg, aber sie liegt praktisch auf dem Weg. Zieh dich angemessen an, es handelt sich um eine aktiv genutzte Moschee.

Vernissage Markt

Der Vernissage ist der bekannte Kunsthandwerkmarkt im Zentrum, der vor allem am Wochenende läuft. Teppiche, Schmuck, Holzschnitzereien, Schachspiele, sowjetische Andenken, Duduk-Flöten. Klingt gut, ist in der Praxis aber relativ touristisch. Vieles wiederholt sich von Stand zu Stand, und die Preise sind klar auf Reisende ausgelegt.

Wenn du ein Souvenir suchst, wirst du hier fündig. Wenn du einen lebendigen lokalen Markt erwartest, bist du falsch. Handeln ist üblich und auch nötig.

Armenian Market

Der Gegenpol dazu ist der Armenian Market, ein echter Lebensmittelmarkt in der Marksi poxoc, täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Hier stapeln sich Trockenfrüchte, Nüsse, Käse, Honig, Sudschuk und Basturma, dazu Obst und Gemüse. Das ist der Ort, an dem tatsächlich Einheimische einkaufen, auch wenn Touristen längst dazugehören.

Zwei Dinge solltest du wissen. Erstens brauchst du hier Bargeld, denn im Gegensatz zum Rest der Stadt zahlst du an den Ständen selten mit Karte. Zweitens bleibst du nicht in Ruhe: Die Händler sprechen dich aktiv an, halten dir Kostproben hin und wollen verkaufen. Wer das nicht mag, geht besser in einen Supermarkt. Wer sich darauf einlässt, bekommt bessere Trockenfrüchte als in jedem Souvenirladen.

Bunte Arrangements aus Trockenobst und Nüssen, ausgestellt auf einem lebhaften Indoor-Markt mit hängenden Süßigkeiten.
Eine Frau verkauft Käse in Stücken an einer Markttheke, während ein Mann vor ihr steht.
Obstmarkt mit Körben voller Äpfel, Pfirsiche, Feigen und Pflaumen, im Hintergrund ein Verkäufer.

Kond: Spar dir das

Kond ist das älteste erhaltene Viertel von Jerewan, direkt neben dem modernen Zentrum, und wird in vielen Reiseführern als authentischer Kontrast verkauft. Unser Urteil fällt weniger romantisch aus: Kond ist einfach ein abgefucktes Stadtviertel. Verfallene Häuser, enge Gassen, viel Müll, wenig zu sehen. Es gibt ein paar Streetart-Motive, aber die tragen keinen Besuch.

Wer sich für Stadtentwicklung und Verfall interessiert, läuft eine halbe Stunde durch. Alle anderen streichen den Punkt.

Eine schmale Gasse mit geparkten Autos, Strommasten, Oberleitungen und Gebäuden auf beiden Seiten unter strahlend blauem Himmel.
Ein Mann in Shorts und Sonnenbrille geht eine schmale, urige Gasse entlang, die von alten Stein- und Holzgebäuden gesäumt ist.
Eine unbefestigte Straße mit Mülltonnen, Graffiti, geparkten Autos und alten Gebäuden unter einem strahlend blauen Himmel.

Was wir bewusst ausgelassen haben

Wir waren weder in der Genozid-Gedenkstätte Tsitsernakaberd noch im Matenadaran, dem Handschriftenmuseum. Auch die meisten anderen Museen der Stadt haben wir links liegen lassen, und das war eine bewusste Entscheidung. Wenn du wie wir dauerhaft in solchen Städten unterwegs bist, kannst du nicht jeden Tag Museen abklappern. Irgendwann verschwimmt ohnehin alles.

Für viele Besucher sind genau diese beiden Orte allerdings die inhaltlich stärksten Punkte der Stadt. Die Gedenkstätte erinnert an die Opfer des Völkermords an den Armeniern ab 1915 und ist der zentrale Erinnerungsort des Landes. Das Matenadaran bewahrt tausende armenische Handschriften auf, einige davon über tausend Jahre alt. Wenn du nur zwei bis drei Tage hast und dich für die Geschichte des Landes interessierst, gehören sie auf deine Liste. Wir können dir dazu nur nichts aus eigener Erfahrung erzählen.

Tagesausflüge und Roadtrip ab Jerewan

Jerewan ist ein guter Ausgangspunkt, aber das Stärkste an Armenien liegt außerhalb der Stadt. Wir haben von hier aus einen viertägigen Roadtrip mit dem Mietwagen gemacht, und genau das ist auch unsere Empfehlung: Nimm dir ein Auto und fahr raus.

Mit eigenem Wagen bist du komplett unabhängig, die Hauptstrecken sind in Ordnung, und du kommst an Orte, die organisierte Touren nur im Schnelldurchlauf abhaken. Klöster in Schluchten, Bergpässe, Steinkreise, halb leere Dörfer. Der Süden des Landes ist landschaftlich das Beste, was uns Armenien zu bieten hatte, und dorthin kommst du als Tagesausflügler kaum sinnvoll.

Wenn du kein Auto nehmen willst, funktionieren als Tagestouren vor allem die nahen Ziele: der Tempel von Garni und das Höhlenkloster Geghard im Osten, das Kloster Chor Virap mit Ararat-Blick im Süden sowie der Sevansee im Norden. Alles ab Jerewan an einem Tag machbar.

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Unsere Etappen aus dem Roadtrip haben wir hier im Detail beschrieben:

Essen und Trinken in Jerewan

Das Essen in Armenien war richtig gut. Frisches Brot, ordentliches Gemüse, viel Käse, und für Martina als Vegetarierin war die Lage entspannt. Die armenische Küche funktioniert auch ohne Fleisch: Dolma mit Gemüsefüllung, gegrilltes Gemüse, Auberginenrollen, Lavash mit Käse und Kräutern, Linsen- und Bohnengerichte. Wer Khorovats will, also den armenischen Grillspieß, bekommt ihn an jeder Ecke.

Unser ehrlicher Favorit war allerdings kein Restaurant, sondern der SAS Supermarkt. Klingt unspektakulär, ist aber praktisch: sehr gute vegetarische Fertigoptionen, eine ordentliche Theke mit Salaten und Beilagen und vor allem frisches Brot. Wenn du länger in einer Stadt bleibst und eine Küche hast, ist das die günstigste und oft auch die beste Lösung.

Ein Punkt, der viele überrascht: Armenien ist nicht billig. Die Preise sind eher hoch, besonders in den Restaurants rund um die Nordallee und den Platz der Republik. Für ein Land mit diesem Lohnniveau zahlst du als Tourist ordentlich drauf. Kulinarisch aus den Schuhen gehauen hat es uns am Ende auch nicht, gut gegessen haben wir trotzdem.

Wenn du in Restaurants gehst, geh ein paar Straßen weg vom Zentrum. Der Unterschied zwischen einer Terrasse am Hauptplatz und einem Lokal drei Blocks weiter ist erheblich, geschmacklich meist zugunsten des Lokals.

Eine hohe Statue auf einem Steinsockel, vor der eine ewige Flamme brennt, unter einem blauen Himmel mit Wolken.
Menschen gehen auf eine große beigefarbene Kirche zu, im Hintergrund sind Kreuze, Bäume und eine hohe Antenne zu sehen.

Praktische Tipps für Jerewan

Bezahlen und Bargeld

Du brauchst in Jerewan kaum Bargeld. Kartenzahlung funktioniert praktisch überall: Supermärkte, Restaurants, Cafés, kleinere Läden. Ein paar Dram in der Tasche schaden trotzdem nicht, denn auf den Märkten und an einzelnen Ständen zahlst du bar. Große Abhebungen kannst du dir sparen.

SIM-Karte und Internet

Wir hatten eine eSIM von Roamic mit 10 Gigabyte für rund 8 Euro. Für zwei Wochen Stadt plus Roadtrip war das ausreichend, und das Netz war in Jerewan durchgehend gut. Auf dem Land wird es dünner, aber selbst im Süden hatten wir meistens Empfang. Wer lieber eine lokale SIM will, bekommt sie am Flughafen und in den Shops von Ucom, Viva und Team Telecom im Zentrum.

Fortbewegung in der Stadt

Jerewan läufst du. Das Zentrum ist kompakt, und fast alle Sehenswürdigkeiten liegen in Gehweite zueinander. Wir waren den Großteil zu Fuß unterwegs und haben nur gelegentlich Yandex Go genutzt, wenn es zu heiß oder zu weit wurde. Die App funktioniert zuverlässig, du siehst den Preis vorher und musst nicht verhandeln. Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber Taxis auf der Straße.

Es gibt außerdem eine Metro mit einer einzigen Linie und zehn Stationen. Sie ist billig und sauber, deckt aber nur einen Bruchteil der Stadt ab und bringt dich zu den meisten Sehenswürdigkeiten nicht schneller als deine Füße.

Wetter und beste Reisezeit

Wir waren im August da, bei 30 bis 35 Grad. Machbar, aber du musst deinen Tag danach bauen: vormittags und ab dem späten Nachmittag raus, mittags in den Schatten oder rein. Jerewan liegt in einem Talkessel, die Hitze staut sich, und auf den großen Plätzen gibt es kaum Schatten.

Angenehmer sind Mai, Juni, September und Oktober. Im Winter wird es dagegen richtig kalt, mit Frost und Schnee.

Sprache und Verständigung

Armenisch ist die Landessprache, Russisch versteht fast jeder ältere Mensch. Englisch klappt bedingt gut. Nicht jeder spricht es, aber die meisten jungen Leute schon, besonders in Cafés, Restaurants und Hotels im Zentrum. In Taxis und auf Märkten hilft eine Übersetzungsapp.

Ein leeres Stadion mit bunten Sitzplätzen, hohen Flutlichtmasten und Bäumen im Vordergrund unter einem klaren Himmel.
Eine Stadtstraße, gesäumt von geparkten Autos und mehrstöckigen Gebäuden mit Balkonen und Grünpflanzen.

Wie viele Tage brauchst du für Jerewan?

Unsere klare Antwort: zwei bis drei Tage, maximal. Danach wiederholst du dich.

Tag 1: Vormittags Platz der Republik und die Straßen drumherum, Nordallee, Blaue Moschee, Armenian Market. Mittags Pause wegen der Hitze. Abends zurück zum Platz der Republik für die singenden Fontänen.

Tag 2: Früh zur Kaskade, hoch bis zum Siegespark und Mutter Armenien, Blick Richtung Ararat. Danach Skulpturengarten und die Cafés im Viertel. Nachmittags eines der großen Museen, entweder die Genozid-Gedenkstätte oder das Matenadaran.

Tag 3, optional: Ararat Brandy Fabrik mit Führung, am Wochenende der Vernissage Markt, oder ein halber Tag Erebuni. Alternativ hängst du direkt den ersten Tagesausflug an, zum Beispiel Garni und Geghard.

Alles darüber hinaus ergibt nur Sinn, wenn du wie wir arbeitest, die Stadt als günstige Basis nutzt oder von hier aus mehrere Tage ins Land fährst. Als reines Städteziel trägt Jerewan keine Woche.

Häufig gestellte Fragen zu Jerewan

Wie viele Tage sollte man in Jerewan einplanen?

Zwei bis drei Tage reichen für alle wichtigen Sehenswürdigkeiten. Wir waren 14 Tage dort und hatten die Stadt selbst nach den ersten Tagen komplett gesehen. Die restliche Zeit ging für Arbeit und einen viertägigen Roadtrip durch Armenien drauf.

Was ist die schönste Sehenswürdigkeit in Jerewan?

Die Kaskade. Die Treppenanlage mit 572 Stufen, dem Skulpturengarten am Fuß und dem Blick über die Stadt bis zum Ararat war für uns der stärkste Punkt. Geh früh morgens oder abends hoch, mittags ist es dort ohne Schatten kaum auszuhalten.

Ist Jerewan teuer?

Für die Region ja. Die Restaurantpreise im Zentrum liegen deutlich über dem, was du in Georgien oder Zentralasien zahlst. Unser Airbnb kostete 900 Euro für 14 Tage zu zweit, also rund 64 Euro pro Nacht in absoluter Zentrumslage. Supermärkte wie SAS sind die günstige Alternative.

Wie kommt man von Tiflis nach Jerewan?

Mit dem Bus in sechs bis acht Stunden inklusive Grenzabfertigung. Bequem ist das nicht, funktioniert aber. Alternativen sind geteilte Taxis oder ein Flug zum Flughafen Zvartnots, rund 12 Kilometer außerhalb der Stadt.

Kann man in Jerewan überall mit Karte zahlen?

Fast überall. In Supermärkten, Restaurants, Cafés und den meisten Läden ist Kartenzahlung Standard. Bargeld brauchst du vor allem auf Märkten wie dem Armenian Market und an kleinen Ständen.

Spricht man in Jerewan Englisch?

Teilweise. Ältere Menschen sprechen eher Russisch, junge Leute meist gutes Englisch. In Cafés, Hotels und Restaurants im Zentrum kommst du damit klar, auf Märkten und in Taxis hilft eine Übersetzungsapp.

Sieht man den Ararat von Jerewan aus?

Bei klarer Sicht ja, vor allem von der Kaskade und vom Siegespark. Im Hochsommer ist die Luft oft diesig, dann bleibt der Berg im Dunst. Der Ararat ist das Nationalsymbol Armeniens, liegt geografisch aber in der Türkei.

Lohnt sich Jerewan als Basis für Tagesausflüge?

Ja, das ist sogar die stärkste Rolle der Stadt. Garni und Geghard, Chor Virap und der Sevansee sind an je einem Tag machbar. Für den Süden des Landes solltest du dir aber einen Mietwagen nehmen und mehrere Tage einplanen.

Unser Fazit zu Jerewan

Jerewan ist eine ordentliche Stadt, und wir haben die Zeit dort nicht bereut. Der Platz der Republik funktioniert am Abend, die Kaskade ist wirklich schön, das Essen war gut, und die Leute waren freundlich. Als Basis für einen Roadtrip durch Armenien ist die Stadt fast ideal: zentral, gut angebunden, mit stabilem Internet und bezahlbaren Wohnungen.

Ein persönliches Highlight war Jerewan für uns trotzdem nicht. Almaty und Bischkek haben uns als Städte mehr überzeugt, Teile von Jerewan sind schlicht abgefuckt, und Kond ist dafür das deutlichste Beispiel. Dazu kommen Preise, die für das Gebotene eher hoch sind.

Fahr hin, plan zwei bis drei Tage für die Stadt und steck den Rest deiner Zeit ins Land. Klöster, Berge und Schluchten sind das, was Armenien wirklich stark macht. Jerewan ist der Startpunkt, nicht das Ziel.

Zum Vergleich unsere Berichte aus der Region: Almaty Sehenswürdigkeiten, Bischkek Sehenswürdigkeiten und Tiflis Sehenswürdigkeiten

Eine schmale Steingasse mit einem türkisfarbenen Türrahmen, die zu einem sonnendurchfluteten Hof mit Wäsche und einem Stuhl führt.
An einem sonnigen Tag stöbert ein Mann in einem Park in Büchern, die auf einer niedrigen Außenmauer ausgestellt sind.
Menschen spazieren an einem großen Springbrunnen vorbei, im Hintergrund sind ein Uhrturm und die armenische Flagge zu sehen.

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