Eine Reihe von roten Hütten auf Stelzen am Wasser, mit Bergen und Booten im Hintergrund.

Svolvær und die Teufelspforte

Unser Abenteuer auf den Lofoten Station #1

Die Lofoten – ein Archipel im Norden Norwegens, das für seine dramatischen Berggipfel, geschützten Buchten, unberührten Strände und malerischen Fischerdörfer bekannt ist. Im Juli 2025 erfüllten wir uns endlich unseren lang gehegten Traum und verbrachten drei unvergessliche Tage in Svolvær, der Hauptstadt der Lofoten. Hier ist unser Reisebericht, der dir hoffentlich bei deiner eigenen Reiseplanung hilft und dir einen authentischen Einblick in diese atemberaubende Region Norwegens gibt.

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Ein weißes Segelboot liegt auf dem ruhigen Wasser vor roten Holzhäusern unter blauem Himmel.
Eine Möwe steht auf einem Holzsteg mit Booten und Gebäuden im Hintergrund am Wasser.

Anreise nach Svolvær auf den Lofoten

Die Anreise zu den Lofoten kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Der einfachste Weg ist ein Flug zum Flughafen Svolvær (SVJ), der regelmäßig von Oslo und Bodø angeflogen wird. Alternativ kannst du auch zum größeren Flughafen Harstad/Narvik (EVE) fliegen und von dort mit dem Mietwagen oder Bus weiterreisen. Für Abenteuerlustige ist auch die Anreise mit der Hurtigruten-Fähre oder über die spektakuläre E10-Straße möglich, die sich durch die gesamte Inselkette schlängelt.

Die Lofoten-Inseln erstrecken sich wie ein langer Finger in die Norwegische See und liegen nördlich des Polarkreises. Trotz ihrer nördlichen Lage herrscht hier dank des Golfstroms ein überraschend mildes Klima. Die beste Reisezeit für die Lofoten ist von Juni bis August, wenn die Temperaturen angenehm sind und die Mitternachtssonne scheint. Wir hatten Glück mit dem Wetter auf den Lofoten – überwiegend sonnig mit Temperaturen um die 15-18°C, was für den Juli in dieser Region durchaus typisch ist.

Bergsee mit violetten Wildblumen im Vordergrund unter einem bewölkten Himmel.
Üppig grüne Berge mit Wolken, Hütten am Seeufer und ruhiges Wasser unter einem teilweise bewölkten Himmel.
Lila Wildblumen an einem felsigen Ufer, mit einer roten Hütte, Bäumen und Bergen unter bewölktem Himmel.

Unser Aufenthalt in Svolvær

Svolvær ist mit etwa 4.700 Einwohnern die größte Stadt auf den Lofoten und ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungen. Die Stadt liegt malerisch am Fuße steiler Berge und bietet einen geschäftigen Hafen, zahlreiche Restaurants, Galerien und Geschäfte.

Unterkunft: Scandic Svolvær

Wir übernachteten im Scandic Svolvær, einem zentral gelegenen Hotel direkt am Hafen. Für zwei Nächte zahlten wir stolze 450 Euro für ein winziges Zimmer von etwa 10 Quadratmetern mit Blick auf den Parkplatz. Das Frühstück war zwar gut und vielfältig, aber angesichts des hohen Preises hätten wir mehr erwartet. Zusätzlich fielen noch Parkgebühren von 200 NOK pro Tag an, was den Aufenthalt noch teurer machte. Leider können wir das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht empfehlen, obwohl die Lage des Hotels für Erkundungen perfekt ist.

Es sei angemerkt, dass Urlaub auf den Lofoten generell kostspielig ist. Die hohen Preise für Unterkünfte, Essen und Aktivitäten sind typisch für Norwegen und besonders für beliebte Touristenziele wie die Lofoten-Inseln.

Ein verwittertes Holzgebäude steht am Ufer des Wassers, im Hintergrund sind die Berge zu sehen.
Ein hoher, rustikaler Holzlattenzaun steht auf einem Feld unter blauem Himmel.

Sehenswürdigkeiten in Svolvær

Svolvær mag klein sein, hat aber einiges zu bieten. Hier sind die Highlights, die wir während unseres Aufenthalts erkunden konnten:

Der Hafen von Svolvær

Das Herzstück der Stadt ist der geschäftige Hafen, wo traditionelle Fischerboote neben modernen Yachten und Hurtigruten-Schiffen anlegen. Die roten Fischerhütten (Rorbuer) am Wasser bieten ein perfektes Fotomotiv und erinnern an die lange Fischereitradition der Region. Hier findet man auch zahlreiche Restaurants, die fangfrischen Fisch servieren.

Svolværgeita (Die Svolvær-Ziege)

Ein Wahrzeichen der Stadt ist der 590 Meter hohe Berg Fløya mit dem markanten Felsvorsprung Svolværgeita (Die Svolvær-Ziege). Dieser Felsen sieht aus der Ferne wie Ziegenhörner aus und ist bei Kletterern sehr beliebt. Selbst wenn du nicht kletterst, ist der Anblick beeindruckend und ein beliebtes Fotomotiv.

Magic Ice Svolvær

Eine ungewöhnliche, aber lohnenswerte Attraktion ist die Magic Ice Bar, eine permanente Eisgalerie mit kunstvollen Eisskulpturen, die Szenen aus dem Leben auf den Lofoten darstellen. Bei konstanten -5°C kannst du hier einen Drink aus einem Eisglas genießen, während du die Kunstwerke bewunderst.

Lofoten Krigsminnemuseum

Dieses kleine, aber informative Museum dokumentiert die Geschichte der Lofoten während des Zweiten Weltkriegs, als die Inseln unter deutscher Besatzung standen. Die persönlichen Geschichten und Artefakte geben einen bewegenden Einblick in diese schwierige Zeit.

Nordnorsk Kunstmuseum – Kunsthall Svolvær

Kunstinteressierte sollten die Kunsthalle besuchen, die wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer nordnorwegischer Kunst präsentiert. Oft sind die Werke von der einzigartigen Landschaft und Kultur der Lofoten inspiriert.

Unsere Wanderung zum Fløya und zur Djevelporten

Der absolute Höhepunkt unseres Aufenthalts in Svolvær war die Wanderung zum Berg Fløya und zur berühmten Djevelporten (Teufelspforte). Diese Wanderung bietet einige der spektakulärsten Ausblicke auf den Lofoten und ist ein Muss für jeden Besucher mit grundlegender Wandererfahrung.

Zerklüfteter felsiger Berggipfel mit vereinzeltem Grün unter einem teilweise bewölkten blauen Himmel.
Eine Frau wandert auf einem felsigen Bergpfad mit grünen Hügeln und Seen im Hintergrund.

Der Aufstieg zum Fløya

Der Wanderweg zum Fløya (590 m) beginnt am Stadtrand von Svolvær. Der Startpunkt ist leicht zu finden – wir parkten in der Nähe des Fußballplatzes an der Håkon Kyllingmarks gate und folgten den Wegweisern. Der Pfad ist anfangs gut markiert und führt durch einen Birkenwald, bevor er steiler und felsiger wird.

Der Aufstieg ist moderat anspruchsvoll und dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden. In der zweiten Hälfte wird der Weg steiler und erfordert an einigen Stellen leichte Kletterei über Felsen. Festes Schuhwerk ist unbedingt erforderlich, und bei nassem Wetter auf den Lofoten kann der Weg rutschig sein.

Die Anstrengung lohnt sich jedoch absolut: Mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht auf Svolvær, den Hafen und die umliegenden Inseln spektakulärer. Das Panorama umfasst die gesamte Region – von den zerklüfteten Bergen bis hin zum tiefblauen Meer mit seinen unzähligen kleinen Inseln.

Die Djevelporten (Teufelspforte)

Etwa zwei Drittel des Weges zum Gipfel befindet sich die berühmte Djevelporten oder Teufelspforte – ein natürliches Phänomen, das zu den meistfotografierten Orten auf den Lofoten gehört. Es handelt sich um einen massiven Felsbrocken, der zwischen zwei Felsen eingeklemmt ist und eine Art natürliches Tor bildet.

Die mutigsten Besucher posieren für Fotos auf dem Felsen, mit dem Abgrund direkt unter ihnen. Wir wagten uns auch auf den Stein – ein aufregendes Erlebnis, das nichts für Menschen mit Höhenangst ist! Die Aussicht von hier ist atemberaubend: Der tiefblaue Vestfjord, die Stadt Svolvær weit unten und die majestätischen Berge der Lofoten in der Ferne.

Wichtig zu wissen: Obwohl viele spektakuläre Fotos im Internet den Eindruck erwecken könnten, dass man hier über einem tiefen Abgrund schwebt, ist der Felsen tatsächlich nur etwa 1,5 Meter über dem dahinterliegenden Felsplateau. Das macht das Erlebnis etwas sicherer, als es auf den ersten Blick erscheint – dennoch ist natürlich Vorsicht geboten!

Eine malerische Aussicht auf üppig grüne Berge und Seen unter einem bewölkten Himmel.
Ein üppig grüner Berghang mit felsigem Gelände unter einem teilweise bewölkten blauen Himmel.

Der Gipfel des Fløya

Nach der Djevelporten setzten wir unseren Weg zum Gipfel des Fløya fort. Der letzte Abschnitt ist der steilste, aber die 360-Grad-Panoramaaussicht vom Gipfel ist jeden Schweißtropfen wert. An klaren Tagen kannst du von hier aus große Teile der Lofoten-Inseln überblicken, und bei unserem Besuch im Juli hatten wir das Glück, dieses Panorama bei perfektem Wetter auf den Lofoten zu genießen.

Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg und erfordert besonders im oberen, steileren Teil Vorsicht. Insgesamt solltest du für die gesamte Wanderung (Auf- und Abstieg) etwa 4-5 Stunden einplanen, plus Zeit für Pausen und Fotos.

Die Umgebung von Svolvær erkunden

Neben der Wanderung zum Fløya und zur Teufelspforte bietet die Umgebung von Svolvær zahlreiche weitere Attraktionen. Mit einem Mietwagen kannst du die spektakuläre Landschaft der Lofoten erkunden und einige der malerischsten Orte Norwegens entdecken.

Kabelvåg

Nur wenige Kilometer von Svolvær entfernt liegt das charmante Dorf Kabelvåg. Hier befindet sich die imposante Vågan-Kirche, auch als „Lofoten-Kathedrale“ bekannt, sowie das Lofoten Museum, das die Geschichte der Fischerei in der Region dokumentiert.

Henningsvær

Etwa 20 Kilometer südwestlich von Svolvær liegt das malerische Fischerdorf Henningsvær, oft als „Venedig der Lofoten“ bezeichnet. Das Dorf erstreckt sich über mehrere kleine Inseln, die durch Brücken verbunden sind. Besonders bekannt ist der Fußballplatz Henningsvær Stadion, der auf einer felsigen Insel direkt am Meer liegt und zu den spektakulärsten Sportplätzen der Welt zählt.

Lofoten-Strände

Die Lofoten sind auch für ihre atemberaubenden Strände bekannt. Obwohl das Wasser selbst im Sommer sehr kalt ist, sind die weißen Sandstrände vor der Kulisse schneebedeckter Berge ein unvergesslicher Anblick. Besonders empfehlenswert sind der Haukland Beach und der Uttakleiv Beach, beide etwa eine Stunde Fahrt von Svolvær entfernt.

Ein kleines Passagierboot mit Menschen an Bord fährt an einem ruhigen, bewölkten Tag in der Nähe der Hafengebäude.
Ein Kreuzfahrtschiff fährt an einem Leuchtturm mit einer Statue vorbei, in der Nähe des felsigen Ufers unter einem teilweise bewölkten Himmel.

Praktische Tipps für deinen Besuch auf den Lofoten

Beste Reisezeit für die Lofoten

Die beste Reisezeit für die Lofoten hängt davon ab, was du erleben möchtest:

  • Mai bis August: Mitternachtssonne, mildeste Temperaturen (10-20°C), ideale Zeit für Wanderungen und Outdoor-Aktivitäten
  • September bis Oktober: Herbstfarben, weniger Touristen, erste Chance auf Nordlichter
  • November bis März: Polarnacht, Nordlichter, Winteraktivitäten, aber viele Einrichtungen geschlossen
  • April: Frühlingsbeginn, zunehmende Tageslänge, noch Schnee in den Bergen

Das Wetter auf den Lofoten kann unberechenbar sein, und Regenschauer sind zu jeder Jahreszeit möglich. Wie ein lokales Sprichwort sagt: „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte 15 Minuten.“

Anreise und Fortbewegung

Die Anreise zu den Lofoten ist über verschiedene Wege möglich:

  • Flug: Direktflüge nach Svolvær (SVJ) oder Leknes (LKN) von Oslo oder Bodø, oder zum größeren Flughafen Harstad/Narvik (EVE)
  • Auto: Die E10 führt über die gesamte Inselkette und bietet spektakuläre Ausblicke
  • Fähre: Die Hurtigruten legt in Svolvær und Stamsund an
  • Bus: Verbindungen zwischen den Hauptorten der Lofoten

Für die Erkundung der Inseln empfehlen wir dringend einen Mietwagen, da die öffentlichen Verkehrsmittel begrenzt sind und viele sehenswerte Orte abseits der Hauptrouten liegen.

Unterkunft

Die Unterkünfte auf den Lofoten reichen von Hotels und Pensionen bis hin zu traditionellen Rorbuer (umgebauten Fischerhütten) und Campingplätzen. Besonders beliebt ist das Lofoten Beach Camping in Ramberg mit seinem spektakulären Strandblick.

Wichtig: Buche deine Unterkunft frühzeitig, besonders wenn du in der Hochsaison (Juni bis August) reist, da die beliebtesten Optionen schnell ausgebucht sind.

Kosten

Norwegen und insbesondere die Lofoten sind ein teures Reiseziel. Rechne mit folgenden ungefähren Kosten:

  • Hotelzimmer: 150-300 EUR pro Nacht
  • Rorbu (Fischerhütte): 150-400 EUR pro Nacht
  • Campingplatz: 20-30 EUR pro Nacht
  • Restaurantmahlzeit: 25-40 EUR pro Person
  • Mietwagen: 70-120 EUR pro Tag
  • Benzin: etwa 2 EUR pro Liter

Packliste

Selbst im Sommer kann das Wetter auf den Lofoten wechselhaft sein. Packe daher:

  • Wasserdichte Jacke und Hose
  • Warme Schichten (auch im Sommer)
  • Feste Wanderschuhe
  • Sonnenschutz (die Mitternachtssonne kann überraschend intensiv sein)
  • Schlafmaske (im Sommer) oder warme Kleidung (im Winter)
  • Kamera mit ausreichend Speicherplatz – die Landschaft ist unglaublich fotogen!

Fazit: Ein unvergessliches Erlebnis auf den Lofoten

Unser dreitägiger Aufenthalt in Svolvær und die Wanderung zum Fløya und zur Djevelporten gehören zu den Höhepunkten unserer Reisen in Norwegen. Die Lofoten-Inseln bieten eine einzigartige Kombination aus dramatischer Landschaft, reicher Kultur und unvergesslichen Erlebnissen.

Obwohl unser Hotel nicht unseren Erwartungen entsprach und die Kosten hoch waren, hat die Schönheit der Region diese kleinen Unannehmlichkeiten mehr als ausgeglichen. Die Wanderung zur Teufelspforte mit ihrem atemberaubenden Blick über Svolvær und die umliegenden Inseln war ein Erlebnis, das wir nie vergessen werden.

Wenn du eine Reise zu den Lofoten planst, empfehlen wir dir, mindestens eine Woche einzuplanen, um die verschiedenen Inseln und Dörfer in Ruhe erkunden zu können. Svolvær ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt, aber es gibt so viel mehr zu entdecken – von Å i Lofoten im Südwesten bis hin zu den abgelegenen Stränden im Norden.

Die Lofoten sind ein Ort, an den man immer wieder zurückkehren möchte – ein Stück Paradies am Rande Europas, das in seiner wilden Schönheit seinesgleichen sucht.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Svolvær und den Lofoten

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