Unser Abenteuer mit Orang-Utans & Tubing
Ein Jungle Trek in Bukit Lawang ist der Hauptgrund, warum die meisten Reisenden nach Sumatra kommen. Und das zu Recht! Wir haben uns für einen 2-Tages-Trek mit Übernachtung im Dschungel entschieden und es war eines der unvergesslichsten Erlebnisse unserer gesamten Reise. In diesem Artikel nehmen wir dich mit auf unser Abenteuer, verraten dir alles, was du wissen musst, und geben dir unsere ehrlichen Tipps.


Warum ein 2-Tages-Trek?
In Bukit Lawang werden verschiedene Trekking-Optionen angeboten: von 3-Stunden-Touren über 1-Tages-Treks bis hin zu mehrtägigen Expeditionen. Wir entschieden uns bewusst für den 2-Tages-Trek, weil wir das Dschungel-Erlebnis in vollen Zügen genießen wollten. Ein Tag ist uns zu kurz, um wirklich in die Atmosphäre des Regenwaldes einzutauchen, und 3 oder mehr Tage waren uns zu anstrengend. Der 2-Tages-Trek war die perfekte Balance.
Der große Vorteil: Du verbringst eine Nacht im Dschungel, erlebst den Sonnenuntergang und Sonnenaufgang inmitten der Natur und hast deutlich mehr Zeit, Tiere zu beobachten. Außerdem ist das Tubing am zweiten Tag ein absolutes Highlight, das du bei kürzeren Touren verpasst.
Buchung & Organisation: SUMATRA CHEEKY MONKEYS
Wir haben unsere Tour direkt über unsere Unterkunft, die SUMATRA CHEEKY MONKEYS Villa, gebucht. Das war super praktisch, da wir alles an einem Ort organisieren konnten. Die Kommunikation war einfach und unkompliziert, und wir fühlten uns von Anfang an gut aufgehoben.
Der Preis lag bei 120 Euro pro Person, was auf den ersten Blick vielleicht viel klingt, aber absolut gerechtfertigt ist. Dieser Preis ist von der offiziellen Guiding Association festgelegt und gilt für alle lizenzierten Anbieter in Bukit Lawang. Im Preis war wirklich alles enthalten:
- Zertifizierter englischsprachiger Guide
- Assistant Guide
- Jungle Cook (unser „Jungle Momma“ war fantastisch!)
- Porter (Träger für Essen und Ausrüstung)
- Nationalpark-Permits
- Guiding Association Permits
- 1x Frühstück, 2x Mittagessen, 1x Abendessen
- Tropische Früchte als Snacks
- Tee/Kaffee
- Wasser (abgekocht)
- Camping-Ausrüstung (Zelt, Matratze, Moskitonetz)
- Rafting (Tubing) Equipment
Wir waren eine kleine Gruppe von 4 Personen und hatten 2 Guides dabei. Das war perfekt, denn so konnten die Guides individuell auf uns eingehen und uns viel über den Dschungel erzählen. Die maximale Gruppengröße liegt bei 6 Personen, was wir sehr gut finden, da größere Gruppen die Tierbeobachtung erschweren würden.


Tag 1: Auf Tuchfühlung mit den Orang-Utans
Um 9:00 Uhr morgens ging es los. Unsere Guides holten uns direkt von der Unterkunft ab. Nach einer kurzen Einführung und einem Sicherheitsbriefing starteten wir unser Abenteuer. Der erste Teil des Weges führte uns entlang des Flusses und durch Palmöl- und Kautschukplantagen, bevor wir nach einer guten Stunde den Eingang des Gunung Leuser Nationalparks erreichten.
Der Gunung Leuser Nationalpark ist mit über 7.900 Quadratkilometern einer der größten Nationalparks Indonesiens und UNESCO-Weltnaturerbe. Er ist einer der letzten Orte auf der Welt, an dem Sumatra-Orang-Utans, Sumatra-Tiger, Sumatra-Elefanten und Sumatra-Nashörner noch in freier Wildbahn leben – das sogenannte „Leuser Ecosystem“.
Die Wanderung am ersten Tag dauerte etwa 6 Stunden, war aber sehr gemütlich und gut machbar. Wir machten viele Pausen, und die Guides passten das Tempo an unsere Gruppe an. Das Trekking war nur stellenweise anstrengend, aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit (gefühlt 90%) und die Hitze (ca. 30 Grad) kommt man trotzdem ordentlich ins Schwitzen. Eine gute Grundfitness ist auf jeden Fall von Vorteil.
Tierbeobachtungen am ersten Tag
Schon nach kurzer Zeit im Dschungel sahen wir die ersten Tiere. Thomas-Languren turnten in den Bäumen, Makaken beobachteten uns neugierig, und wir hörten die lauten Rufe der Gibbons. Doch das Highlight waren natürlich die Orang-Utans.
Wir hatten das unglaubliche Glück, insgesamt 3 Orang-Utans zu sehen. Einer davon war ein großes Weibchen, das nur etwa 20 Meter von uns entfernt im Baum saß und Blätter aß. Es war ein magischer Moment, diesen majestätischen Tieren so nah zu sein. Man spürt sofort die Intelligenz in ihren Augen und ihre Ähnlichkeit zu uns Menschen.
Unsere Guides waren fantastisch. Sie kannten den Dschungel wie ihre Westentasche, entdeckten Tiere, die wir niemals gesehen hätten, und gaben uns viele interessante Informationen über die Flora und Fauna. Sie erklärten uns, welche Pflanzen medizinisch genutzt werden, welche Früchte die Orang-Utans bevorzugen und wie das Ökosystem des Regenwaldes funktioniert. Besonders beeindruckend war ihr Engagement für den Naturschutz. Sie legten großen Wert auf ethisches Verhalten und hielten immer einen respektvollen Abstand zu den Tieren.


Mittagessen im Dschungel
Gegen Mittag machten wir eine längere Pause für das Mittagessen. Unsere Guides hatten ein leckeres Essen dabei: Reis, Hähnchen und viele frische Früchte. Während wir aßen und uns von der Wanderung ausruhten, wurden wir von einem großen Pig-Tail-Makaken beobachtet, der unweit auf einem Ast döste.
Übernachtung im Dschungel-Camp
Gegen 16:00 Uhr erreichten wir unser Camp für die Nacht. Es lag direkt am Fluss und bestand aus einfachen Hütten mit Matratzen und Moskitonetzen. Die Betten hätten bequemer sein können, aber für eine Nacht im Dschungel war es absolut ausreichend. Das Beste am Camp war die Lage – wir konnten im Fluss baden und uns abkühlen, während unser „Jungle Momma“ ein fantastisches Abendessen zubereitete.
Das Essen war unglaublich lecker! Es gab Reis, verschiedene Currys, Gemüse, Tempeh, Tofu, und Hähnchen und frische Früchte. Nach einem langen Tag im Dschungel schmeckte es doppelt so gut. Der Abend war sehr gemütlich. Wir saßen zusammen, tranken Tee, unterhielten uns mit anderen Wanderern und lauschten den Geräuschen des Dschungels. Es war eine ganz besondere Atmosphäre, so weit weg von der Zivilisation zu sein.
Direkt im Lager konnten wir dann auch einen Monitor-Lizzard, eine Corallen-Schlange, eine Weichschildkröte und mehrere Frösche sehen. Wir achteten plötzlich sehr darauf wo wir hintraten. Ein starker Regenschauer beendete schließlich das gemütliche Beisammensitzen. Das Einschlafen zu den Geräuschen des Dschungels – dem Rauschen des Flusses, dem Prasseln des Regens, den Rufen der Tiere – war ein unvergessliches Erlebnis.
Einen kurzen Schreckmoment hatten unsere Zeltnachbarn, als sich kurz nach Mitternacht eine Maus unter ihr Moskitonetz verirrte und über ihre Gesichter lief. Abgesehen davon war die Nacht jedoch recht ruhig.
Tag 2: Steil bergab & Tubing-Spaß
Am nächsten Morgen wurden wir von den Rufen der Languren geweckt. Ihr Gesang hallte durch den ganzen Wald – ein natürlicher Wecker, den man so schnell nicht vergisst! Nach einem leckeren Frühstück mit Toast, Eiern, Marmelade und frischen Früchten ging es um 10:00 Uhr weiter. Vorher hatten wir noch Zeit, im Fluss zu baden – eine erfrischende Art, in den Tag zu starten.
Die Wanderung am zweiten Tag war kürzer (ca. 4 Stunden), aber deutlich anspruchsvoller. Erst ging es steil bergauf, später noch steiler bergab zum Fluss, was bei der feuchten Witterung ziemlich rutschig war. Hier waren gute Schuhe und Konzentration gefragt. Die Guides halfen uns an schwierigen Stellen und sorgten dafür, dass niemand ausrutschte.
Auch am zweiten Tag sahen wir viele Tiere, darunter wieder Affen, Makaken, Gibbons und Thomas-Languren. Die Landschaft war atemberaubend – dichter Dschungel, riesige Bäume mit Brettwurzeln, Lianen und immer wieder der Blick auf den Fluss. Die Guides erklärten uns weiterhin viel über die Pflanzen und Tiere und gingen mit uns auf die Jagd nach den besten Foto-Perspektiven.
Bei einigen Tiersichtungen stauten sich allerdings die einzelnen Besuchergruppen ein wenig. Dann wurde es auch mehrmals unangenehm laut und voll. Leider störte das auch die ein oder andere Affengruppe, die daraufhin das Weite suchte.
Kurz vor dem Ende der Wanderung hieß es dann erneut: Affensichtung! Eine Orang-Utan-Dame hatte es sich am Flussufer gemütlich gemacht. Als sie schließlich aufbrach, kackte und pinkelte sie erst einmal in aller Ruhe vom Baum – Dschungel-Leben pur! 😄


Tubing: Das Highlight des zweiten Tages
Nach dem Mittagessen am Flussufer kam das Highlight des zweiten Tages: das Tubing zurück nach Bukit Lawang. Wir setzten uns in große Gummireifen und ließen uns den Bohorok River hinuntertreiben. Unser Gepäck wurde dabei sicher mehrlagig in Plastiktüten verschnürt. Somit blieb auch unsere gute Kamera zuverlässig trocken. Es war ein riesiger Spaß! Die Guides lenkten das Gefährt, zeigten uns die besten Stellen zum Schwimmen und machten die Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Wir haben gesungen, sind in den Fluss gesprungen, haben uns treiben lassen und die wunderschöne Landschaft genossen. An einigen Stellen gab es kleine Stromschnellen, die für zusätzlichen Nervenkitzel sorgten und uns eine unfreiwillige Dusche verpassten. Zugegeben wurde es wegen des bedeckten Himmels dabei beinahe ein wenig kalt. Die Tubing-Fahrt dauerte etwa eine Stunde und war der perfekte Abschluss für unseren Trek.
Gegen 15:00 Uhr kamen wir wieder in Bukit Lawang an – müde, aber überglücklich und voller unvergesslicher Erinnerungen.
Persönliche Eindrücke & Fazit
Der 2-Tages Jungle Trek war für uns ein absolutes Highlight unserer Sumatra-Reise. Die Tour war super organisiert, die Guides waren gigantisch gut, und wir hatten eine tolle Gruppe. Das Erlebnis, Orang-Utans in freier Wildbahn zu sehen, ist einfach unbeschreiblich. Aber auch die Übernachtung im Dschungel, das leckere Essen und das lustige Tubing haben die Tour zu einem unvergesslichen Abenteuer gemacht.
Besonders beeindruckt hat uns das Engagement der Guides für den Naturschutz. Sie arbeiten eng mit Naturschutzorganisationen zusammen und setzen sich aktiv für den Erhalt des Regenwaldes und den Schutz der Orang-Utans ein. Ein Teil der Einnahmen fließt direkt in Schutzprojekte.
Wir können den 2-Tages-Trek uneingeschränkt empfehlen. Es ist die perfekte Mischung aus Abenteuer, Tierbeobachtung und Entspannung. Wenn du in Bukit Lawang bist, ist dieser Trek ein absolutes Muss!


Praktische Tipps für deinen Jungle Trek
Was mitnehmen?
Hier ist unsere Packliste basierend auf unseren Erfahrungen:
- Bequeme Wanderschuhe mit gutem Profil (keine neuen Schuhe, die noch nicht eingelaufen sind!)
- Leichte, atmungsaktive Kleidung (lange Hose & langes Shirt zum Schutz vor Insekten und Sonne)
- Wechselkleidung für die Nacht
- Badekleidung
- Handtuch (am besten ein Mikrofaser-Handtuch, das schnell trocknet)
- Insektenschutzmittel (unbedingt!)
- Sonnencreme
- Seife (biologisch abbaubar)
- Kopfbedeckung (Kappe oder Hut)
- Kamera & Powerbank (für die tollen Fotos!)
- Taschenlampe (für die Nacht im Camp)
- Toilettenpapier
- Wiederbefüllbare Wasserflasche
- Regenjacke (auch in der Trockenzeit kann es regnen)
- Flip Flops (für das Camp und das Tubing)
- Mülltüte, um Abfälle wieder aus dem Wald mit zurückzunehmen
Schwierigkeitsgrad:
Der Trek wird als „Medium“ eingestuft, was wir bestätigen können. Man sollte eine gute Grundfitness haben und sehr trittsicher sein. Es geht viel bergauf und bergab, und bei feuchtem Wetter kann es rutschig sein. Oft muss man über Baumstämme, klettern, sich unter Gestrüpp durchducken, sich an Wurzeln hochziehen oder an Seilen steile Stellen hinabhangeln. Aber es ist definitiv für jeden machbar, der gerne wandert und sich regelmäßig bewegt. Für Kinder ist die Tour aber nur bedingt geeignet. Wenn du Bedenken hast, kannst du auch einen 1-Tages-Trek machen, der etwas weniger anstrengend ist. Wenn es dir gut gefällt, kannst du anschließend eine längere Tour machen, und wenn es dir zu anstrengend ist, stattdessen ein paar ruhige Tage in dem schönen Dorf Bukit Lawang verbringen.
Beste Reisezeit:
Die beste Reisezeit für einen Jungle -Trek ist die Trockenzeit von Mai bis September. Dann ist das Wetter am stabilsten und es regnet am wenigsten. Wir waren im Januar/Februar dort und hatten Glück mit dem Wetter – nur nachts hat es geregnet. Der Vorteil der Nebensaison: Es sind weniger Touristen unterwegs, und die Preise können etwas niedriger sein.
Ethik & Nachhaltigkeit:
Achte darauf, einen lizenzierten Guide zu wählen, der Mitglied der Guiding Association ist. Diese Guides haben eine Ausbildung absolviert und legen großen Wert auf den Schutz der Tiere und des Regenwaldes. Vermeide Anbieter, die versprechen, dass du die Orang-Utans berühren oder füttern kannst – das ist nicht ethisch und schadet den Tieren.
Versuche, im Wald nicht zu laut zu sein, und bemühe dich, die Tiere in ihrem Lebensraum nicht zu stören. Leider halten sich viele Gruppen nicht daran und schreien die Tiere an, um bessere Fotos zu bekommen. 🙁
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Jungle Trek
Wie viel kostet ein 2-Tages-Trek?
Der Preis liegt bei ca. 120 Euro pro Person und ist von der Guiding Association festgelegt. Dieser Preis gilt für alle lizenzierten Anbieter.
Wie fit muss ich sein?
Eine gute Grundfitness ist ausreichend. Der Trek ist anstrengend, aber für jeden machbar, der gerne wandert. Wenn du unsicher bist, frag deinen Guide – er kann das Tempo anpassen.
Sehe ich garantiert Orang-Utans?
Eine Garantie gibt es nie, da es sich um wilde Tiere handelt. Aber die Wahrscheinlichkeit, Orang-Utans zu sehen, ist sehr hoch (über 90%). Wir haben 3 gesehen!
Habe ich auf der Wanderung Internet?
Wir hatten auf Teilen der Strecke immer wieder Internet. Auch im Nachtlager gab es Netz, wenn auch nur eingeschränkt und langsam. Auf längeren Wanderungen, die tiefer in den Gunung Leuser Nationalpark hineinführen, gibt es laut unseren Guides keine Internetverbindung mehr.
Ist der Trek ethisch vertretbar?
Ja, wenn man einen lizenzierten Guide wählt. Die Guides in Bukit Lawang legen großen Wert auf den Schutz der Tiere und halten einen respektvollen Abstand. Ein Teil der Einnahmen fließt in Naturschutzprojekte.
Was ist, wenn es regnet?
Der Trek findet auch bei Regen statt. Dann wird es rutschiger und anstrengender, aber auch das ist ein besonderes Dschungel-Erlebnis. Pack unbedingt eine Regenjacke ein!
Kann ich als Solo-Reisender teilnehmen?
Ja, absolut! Die Anbieter können dich mit anderen Reisenden in eine Gruppe einteilen. Wir hatten 4 Personen in unserer Gruppe und es war super.
Wie ist das Essen?
Das Essen ist fantastisch! Unser Jungle Cook hat uns mit leckeren indonesischen Gerichten verwöhnt. Vegetarische Optionen sind kein Problem – einfach bei der Buchung angeben.


Fakten zum 2-Tages Jungle Trek auf einen Blick:
| Dauer: | 2 Tage, 1 Nacht |
| Preis: | ca. 120 Euro pro Person |
| Start: | 9:00 Uhr |
| Rückkehr: | Tag 2 um 15:00 Uhr |
| Schwierigkeitsgrad: | Medium |
| Gruppengröße: | 2-6 Personen |
| Highlight: | Orang-Utan-Beobachtung & Tubing |
| Anbieter: | SUMATRA CHEEKY MONKEYS (empfohlen) |
Wir hoffen, dieser Artikel hat dir geholfen und dich inspiriert, selbst einen Jungle Trek in Bukit Lawang zu machen. Es ist wirklich ein unvergessliches Erlebnis, das du nicht verpassen solltest!






